ONENESS24

Leben in Einheit ∗ Einssein im Leben

Ehrlich sein zu sich selbst

08.10.10 von (Oneness/Bewusstsein)

Kinder Namibias„Lügen tut man nicht”, haben sicher die meisten Menschen in früher Kindheit mit auf den Weg bekommen. War diese dringende Empfehlung immer von Erfolg gekrönt? Wohl kaum. Oft sind es nicht die großen Lügen, sondern kleine Ausweichmanöver und Unschärfen, um Konflikte und Streitereien zu vermeiden oder weil es einfach bequemer ist. Lügen gehören zum menschlichen Alltag.

Das ist nicht wirklich neu. Unbekannt ist aber vielleicht, dass wir Menschen die allermeisten Lügen uns selber auftischen. Das überrascht. Warum müssen wir uns selber belügen?

Von frühester Kindheit an haben wir unfreiwillig lernen müssen, was richtig und was falsch, was erwünscht und was unerwünscht, was gut und was böse ist. Wir wurden angefüttert mit einer langen Liste von Idealen, die wir in unserem Leben verwirklichen müssen, um ein guter Mensch zu sein.

Diesem Bestreben, uns von klein auf mit Idealen zu füttern, liegt ganz offenbar die Überzeugung zugrunde, dass der kleine Mensch an sich nicht gut sei und deshalb erst zu einem solchen erzogen werden müsse. Da gibt es also einen Katalog von gesellschaftlich akzeptierten und geforderten Eigenschaften, die einen Menschen erst zum (richtigen) Menschen machen.

Jeder Mensch hat andere Qualitäten, andere Stärken. Jeder Mensch ist einmalig. Jeder Mensch ist großartig in seiner Einmaligkeit. Wenn jeder Mensch das sein dürfte, wozu er von Gott geschaffen wurde, dann wäre er in Übereinstimmung mit sich und der Schöpfung. Es gäbe keine inneren und äußeren Kämpfe, es gäbe nicht die daraus resultierende innere und äußere Gewalt. Jeder Mensch würde gewertschätzt und geachtet, und jeder Mensch würde seine Gaben bereitwillig zur Verfügung stellen und dem Ganzen dienen.

Stattdessen aber eilen wir – bewusst oder unbewusst – den tief in uns verankerten Idealen hinterher und erreichen sie dennoch nie vollständig. Es heißt, der Wille sei stark, aber das Fleisch sei schwach. Ständig nagt das Gefühl an uns, wir seien niemals genug und würden nie akzeptiert für das, wie wir tatsächlich sind. Dies ist ein tief sitzender und fortwährender Konflikt, und wir leben in ständiger Angst, dass wir unserem Selbstbild nicht genügen und dass die Anderen dies bemerken. Um diesen Schmerz erträglich zu machen, belügen wir uns selber – wieder und immer wieder. Wir versuchen damit die Lücke zu schließen zwischen unseren Idealen und dem, was wir tatsächlich sind.

Warum ist es so schwer, einfach der zu sein, der man ist? Wir sind ständig bemüht, von unserer Umgebung anerkannt zu werden, und wir tun fast alles, um in der Wertschätzung der uns umgebenden Menschen gut oder besser noch sehr gut dazustehen. Unser Gefühl, etwas wert zu sein, hängt davon fast vollständig ab. Wir haben die essentielle Angst, ein Nichts zu sein, wenn wir keine Anerkennung von Anderen erfahren.

Der Preis dafür ist der, dass wir uns selber verlieren und verleugnen, statt einfach der zu sein, der wir sind.

Wenn wir beginnen zu akzeptieren, was wir tatsächlich sind, also zum Beispiel ungeduldig, aufbrausend, eifersüchtig etc., wenn wir der Wahrheit ohne Furcht ins Auge blicken, dann überkommt uns ein mächtiger Frieden. Gott hat uns gemacht, wie wir sind. Wenn er uns so gemacht hat, warum sollte er uns nicht so akzeptieren, wie wir sind? Und wenn uns Gott akzeptiert, dann könnten wir das doch auch selber tun, oder?

Viele Menschen leiden darunter, dass sie sich nicht selbst akzeptieren und lieben können. Und wie soll man Andere akzeptieren und lieben können, wenn einem dies nicht einmal bei einem selbst gelingt?

Fange am besten selber damit an, und zwar jetzt. Der erste Schritt ist, die Selbstlügen bewusst wahrzunehmen. Da gibt es einiges zu schmunzeln, was man sich selber so auftischt. Genieße das innere Theater und erfreue dich an dem einsetzenden und fortschreitenden Prozess der Selbstbefreiung.

4 Kommentare

  • 1
    Petra Hiemeyer:

    Lieber Eckart! Wie wahr! Danke!

  • 2
    Viktoria Ziegler:

    Lieber Eckart, wunderbar geschrieben! LG Vitoria

  • 3
    Josef Maier:

    Lieber Eckart,
    vielen Dank für diese Wahrheit.
    Herzliche Grüße
    Josef

  • 4
    Dagi Osterburg:

    Lieber Eckart,
    vielen Dank für diese Theater-Freikarten! Dazu kann ich nur sagen: Treffer – versenkt.
    Herzlichst, Dagi

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