ONENESS24

Leben in Einheit ∗ Einssein im Leben

Eltern und Kinder (2)

27.09.10 von (Eltern und Kinder)

Ein Leben wächst heranReise zum Anfang

Unser Leben hier auf der Erde begann im Moment der Zeugung. Bereits im Mutterleib erfährt der noch kleine Mensch Eindrücke, die über die enge Anbindung an die Mutter und über die sich ausprägenden Sinnesorgane an das Heranwachsende herangetragen werden. Völlig ungeschützt ist es diesen Einflüssen ausgesetzt und nimmt sie ungefiltert auf. Gerade in der frühen Anfangszeit unserer körperlichen Entwicklung sind diese Einflüsse besonders prägend.

Alle Eindrücke, die uns vom Zeitpunkt unserer Zeugung an geschehen sind, haben uns zu dem werden lassen, der oder die wir heute sind. Alle Prägungen – gerade die aus dieser Anfangszeit unserer Erdenreise – bestimmen, wie wir Menschen und Situationen in unserem Leben begegnen. Zum Beispiel liegen hier die Wurzeln zu der Art und Weise, wie wir uns in unseren Parntnerbeziehungen verhalten, welche Erwartungen wir an den Partner haben und wie wir diese vertreten. Oder wie wir mit Konflikten umgehen, wie offen und vertrauensvoll wir anderen Menschen begegnen und wie optimistisch oder pessimistisch wir Veränderungen in unserem Leben entgegen sehen.

Je früher die Lebensphase, in der wir eine prägende Erfahrung gemacht haben, desto grundlegender die Einflussnahme auf unser Leben. Dem Beginn unseres Erdendaseins kommt also eine ganz besondere Bedeutung zu.

Stelle dir in diesem Moment einmal die folgenden Fragen:

  • Wie groß war die Liebe zwischen meinen Eltern, als ich gezeugt wurde?
  • War ich gewollt, war ich ein Wunschkind?
  • War die Lebenssituation meiner Eltern entspannt und angstfrei?

Du wirst dich daran höchstwahrscheinlich nicht erinnern. Dennoch: Kann es sein, dass diese allerersten Erfahrungen sozusagen die Grundstimmung für dein gesamtes Leben geschaffen haben? Ja, genauso ist es.

Mache einen Selbsttest, am besten sofort:
Wie fühle ich mich, wenn ich auf eine Gruppe mir unbekannter Menschen treffe? Was ist meine allererste Erwartung, noch bevor irgendetwas stattgefunden hat?: „Ob die mich wohl mögen oder akzeptieren?” – „Toll, mal neue Leute kennenlernen!” – „Mal sehen, ob man denen trauen kann.”

Das sind nur Beispiele für mögliche innere Kommentare, die in jedem Menschen ablaufen, noch bevor eine konkrete Erfahrung stattgefunden hat. Selbstverständlich nimmt diese Grundhaltung Einfluss auch darauf, wie sich anschließend dein Kontakt innerhalb dieser neuen Gruppe entwickelt, wie du darin agierst und reagierst – und wie es die Anderen dir gegenüber tun.

Aus den ersten Lebenserfahrungen werden Grundhaltungen, und aus diesen Grundhaltungen wird deine ganz individuelle Lebenswirklichkeit. Wir sprechen dann landläufig von Konditionierungen und Lebensmustern. Diese beeinflussen alles, wirklich alles in deinem, in meinem und im Leben aller Menschen.

Bist du glücklich? Ohne irgendwelche Abstriche und ohne jedwede Reduzierung? Ja? Herzlichen Glückwunsch, dann brauchst du diesen Artikel nicht weiterzulesen, oder vielleicht bist du neugierig, ob da nicht noch mehr drin ist in deinem Leben.

Werden wir also praktisch. Intellektuelle Erklärungen mögen ein Stück weit hilfreich sein, oft aber sind sie Ersatz für das tatsächliche Fühlen und Erfahren, oder anders ausgedrückt: Sie halten uns fern vom wirklichen Kontakt zu diesen unseren ersten Lebenseindrücken, weil wir Angst vor dem haben, was da tief, unverdaut und unbewältigt in uns schlummert.

Es gibt meist keinen besseren Zeitpunkt als diese innere Reise genau jetzt zu beginnen, denn das Verschieben auf später ist oft lediglich die Angst vorm Hinschauen. Los geht’s also! Vielleicht möchtest du zu dieser inneren Reise eine passende Musik hören. Dann leg sie jetzt auf. Setze dich nun bequem und in einer ungestörten Atmosphäre hin und schließe deine Augen. Lass die Alltagsgedanken einfach vorüberziehen und lausche dem Rhythmus deines Atems. Dieser Rhythmus ist so herrlich einfach – ein und aus -, und doch hängt dein ganzes Leben von ihm ab. Und: Wer atmet da eigentlich? Du, dein Körper, das Leben?

In deinem Körper sind alle Eindrücke deines gesamten Lebens gespeichert. Er wird dir also – in seiner eigenen Sprache natürlich – zeigen können, was in den ersten Momenten, Tagen und Monaten deines Lebens geschah. Lausche ihm einfach und lass dich mitten in dein eigenes Leben fallen, immer tiefer. Du wirst beginnen zu fühlen, wirst die Geschichten immer besser „verstehen”, und der sogenannte rote Faden in deinem Leben wird möglicherweise immer sichtbarer werden. Sei geduldig mit dir selbst und nimm dir die Zeit, die es braucht.

So viele Jahre liegen möglicherweise schon zwischen Damals und Heute, und doch war es die ganze Zeit über immer präsent und lediglich unbeachtet. Jetzt darf es ans Licht treten und sich dir mitteilen, vielleicht erstmalig nach so vielen Jahren. Es kann durchaus passieren, dass sich Emotionen melden und dass Tränen rollen. Was spricht dagegen, sie einfach zuzulassen?

Forciere nichts. Lass die Gefühle und die in dir gespeicherten Eindrücke kommen wie sie kommen. Es wird in diesem Moment das sichtbar werden, was jetzt und in dieser Situation möglich ist. Du musst an den erinnerten Situationen nichts verändern, denn sie sind Vergangenheit und können nur angeschaut und bewusst gemacht werden. Die Auswirkungen allerdings sind sehr wohl Gegenwart. Deshalb kümmerst du dich jetzt darum.

Durch das bloße Anschauen dessen, was sich nun nach so vielen Jahren zeigt, kehren die Geschehnisse aus der Verdrängung unverdauter Erlebnisse in den natürlichen Verarbeitungsprozess von Lebenseindrücken zurück. Dieser Prozess braucht deine liebevolle Zuwendung und geschieht ansonsten ohne dein Zutun aus sich selbst heraus. Geschehen lassen ist dabei der Schlüssel. Und sei geduldig mir dir und diesem Prozess. Das macht die Befreiung und Heilung von alten Prägungen zu einem natürlichen Vorgang ohne künstliche Dramatik.

Nach dieser inneren Erfahrungsreise gönne dir eine kleine Weile des Nachklingens. Es gehört immerhin eine gewisse Portion Mut dazu, sich diesen Eindrücken zu stellen. Da kommt vielleicht manches zu Tage, was schmerzt. Für diesen Mut darfst du dich also gern ein wenig belohnen. Uns es kann lohnend sein, diese innere Reise von Zeit zu Zeit zu wiederholen.

Eltern und Kinder (1)
Eltern und Kinder (3)
Eltern und Kinder (4)

Ein Kommentar

  • 1
    Heidi:

    Hallo Ihr Lieben,
    diese Reise in die vorgeburtliche und frühe Kindheit ist in der letzten Zeit für viele Menschen präsent. Bei meinen astrologischen Beratungen habe ich oft auch die vorgeburtliche Phase einbezogen, so dass die Betroffenen ihre Verhaltensweisen viel besser verstehen konnten.
    Diese Anteile haben auch mich und meine Leben geprägt.
    Danke für Euren Hinweis!
    Alles Liebe
    Heidi

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