ONENESS24

Leben in Einheit ∗ Einssein im Leben

Ich liebe dich, Welt!

26.10.10 von (Oneness/Bewusstsein, Zeitgeschehen)

ErdenEs gehört keine besonders geschulte Beobachtungsgabe dazu festzustellen, dass unsere Welt alles andere als heil ist. Ob Klima, soziales Ungleichgewicht, Zunahme von psychischen Erkrankungen, Zerfall sozialer Strukturen oder desolates Finanzsystem, die ganze Welt scheint eine einzige Baustelle zu sein. Alle buddeln, graben, mauern und fräsen, aber es scheint weder Baupläne noch kompetente Ingenieure zu geben. Ist die Welt noch zu retten?

Viele reden die Probleme klein und üben sich in der Kunst der Verdrängung, andere sind mit der Lupe unterwegs und säen Panik und Angst. Zu allem Überfluss wird aus jeder Art, mit den heutigen Herausforderungen umzugehen, ein eigener Industriezweig geboren. Mit Angst lässt sich eben ausgezeichnet Geld machen.

Angst macht krank, wenn sie zur dominanten Grundstimmung in unserem Leben wird. Sie zieht die Beweise für ihre eigene Daseinsberechtigung magisch an, fühlt sich dadurch bestätigt und vergrößert sich – bis sie schließlich alles Leben aufgefressen hat. Krankheit und Leiden sind die individuellen Auswirkungen, sozialer Zerfall, Gewalt und Gleichgültigkeit die kollektiven.

Angst hilft also nicht, auch wenn sie berechtigt erscheint.

Ein wesentlicher Schritt zur Verbesserung einer Situation ist paradoxerweise der, die gegenwärtige Situation so zu akzeptieren, wie sie ist. Und der erste Schritt dazu ist zu schauen, was sich da in der Welt wirklich abspielt und zu erkennen, was die Mechanismen dahinter sind. Vogelperspektive eben.

Selbst erfahrenes Leid und das, was man emotionale Ladung nennt, behindern diesen Blick, färben und verzerren ihn. Wir sehen eben nicht, was wirklich passiert, sondern unsere eigenen Zerrbilder davon. Wenn du einmal nachts an einem See gestanden und das Spiegelbild des Mondes bestaunt hast, kennst du den Unterschied: Ist der See absolut still, siehst du tatsächlich darin den Mond. Jede kleine Welle hingegen macht aus dem Mond etwas völlig Anderes. Wüsstest du nicht, dass es der widergespiegelte Mond ist, du würdest ihn nicht erkennen.

Hat dir die Welt tatsächlich so böse mitgespielt, dass du laufend unter ihr leidest? Möglicherweise ja, und der Schmerz ist zu überwältigend, die Dinge anzuschauen. Keiner kann abschließend beurteilen, was da im individuellen Schicksal wirklich noch möglich ist. Dies ist die Entscheidung und der Weg eines jeden Einzelnen. Aber es lohnt sich, ein wenig mehr Hinschauen auszuprobieren – immer wieder. Gibt es denn einen anderen Weg heraus?

Was ich nicht liebe, lehne ich ab. Etwas als neutral zu betrachten ist letztlich Ablehnung in der soften Variante. Das Leben ist In-Verbindung-sein, denn es existiert nichts wirklich getrennt. Und In-Verbindung-sein ist Liebe, weniger ist getarnte Ablehnung.

Die Welt also lieben wie sie ist? Das erscheint unmöglich, zuviel kollektives und individuelles Leid in dieser Welt wirken wie eine unüberwindliche Mauer. Andererseits: Warum denn eigentlich nicht?

Der Beginn aller Heilung ist Liebe, der Weg aller Heilung ist Liebe und das Ende aller Heilung ist Liebe.

Keine Heilung gelingt wirklich, wenn sich der Kranke nicht geliebt und in seinem Kranksein angenommen fühlt. Warum sollte es mit der Welt anders sein? Sie braucht Heilung mehr denn je, will sagen: unsere Liebe, unsere Zuwendung, unsere Akzeptanz.

Das bürstet unsere Angewohnheit, die Gründe für unsere Probleme im Außen zu suchen, sehr gegen den Strich. Der kollektive Sündenbock „Welt” soll jetzt also liebevoll in die Arme genommen werden?

Frage nicht deinen Verstand, frage dein Herz. Nimm dir Zeit dafür und sei auf verblüffende Antworten gefasst. So könntest du zum Beispiel entdecken, dass dies nicht einfach der Artikel eines bestimmten Autors ist, sondern in Wahrheit viel mehr ein Hilferuf aus den Weiten des Alls und den Tiefen deines eigenen Herzens.

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