ONENESS24

Leben in Einheit ∗ Einssein im Leben

Komfortabel mit sich selbst

17.10.10 von (Gott, Gnade, Segen, Oneness/Bewusstsein)

LuciaErleuchtung, Erwachen in die eigene Göttlichkeit und andere Bezeichnungen für das Erreichen eines höheren Grades an Bewusstsein orientieren sich fast immer an der Erfüllung bestimmter Merkmale, z.B. der Erfahrung, als innerer Zeuge alles quasi als Unbeteiligter zu erleben, oder der Erfahrung, dass alles eins ist.

Viele Menschen auf dem oft so genannten „spirituellen Weg” orientieren deshalb ihren Wachstumsfortschritt am Erreichen eines oder mehrerer solcher Merkmale. Stellen sich diese nicht so ein wie erwartet, empfinden sie sich oft als nicht weit genug entwickelt, als erleuchtungs-renitent oder auf eine andere Weise ungenügend.

Gerade dieser spirituelle Leistungsdruck aber verhindert das gewünschte Aufscheinen dessen, was wir im Tiefsten sind. Erleuchtung kann man nicht machen, Erleuchtung geschieht.

Eine der größten Hindernisse sind die spirituellen Ideale, die sich viele Suchende zu eigen gemacht haben. Selbstloses Lieben, Denken und Handeln sind Beispiele dafür.

Selbstlos lieben, denken und handeln indes können wir nur, wenn das Erleben eines eigenständigen Selbst, einer eigenständigen Person gewichen und die Verbundenheit mit allem unsere Lebenswirklichkeit geworden ist. Solange dies nicht der Fall ist, ist da ein Selbst vorhanden, und der Versuch, selbstlos zu sein, hat keine reale Grundlage. Das Selbst kann nicht sich selbst beseitigen. Stattdessen spielt dann das Selbst das Spiel der Selbstlosigkeit.

Erkennen wir es also an: Wir haben ein Selbst.

Das Selbst hat eine Reihe von Grundbedürfnissen, z.B.

  • nach Sicherheit
  • nach Abwechslung
  • nach Bedeutung (der Wunsch, jemand zu sein)
  • nach Liebe und Verbundenheit
  • nach Wachstum und Entwicklung
  • danach, einen Beitrag zu leisten.

Wenn eines dieser Bedürfnisse unerfüllt bleibt, wird das Selbst destruktiv.

Es gibt kein Problem mit dem Selbst. Ein Problem haben wir, wenn wir uns nicht komfortabel mit dem (Vorhandensein unseres) Selbst fühlen. Wir erlauben ihm dann nicht zu erblühen, sondern versuchen, es klein zu halten. Es ist ein ganz natürlicher Wunsch des Selbst, sich auszudrücken. Wenn wir ihm dies erlauben, kann es aus der Erfüllung heraus in einen höheren Zustand überwechseln und so über seine Begrenzungen hinauswachsen.

Oneness bedeutet, sich komfortabel mit seinem Selbst zu fühlen.

Wir können nur das sein, was wir tatsächlich sind. Wenn wir das sehen und akzeptieren können, dann erwächst daraus Oneness.

Und was können wir dazu beitragen? Wir können uns selber sehen und wahrnehmen in diesem Prozess, können uns darüber bewusst sein, was in uns geschieht. Das zu akzeptieren, was wir da wahrnehmen, und uns schließlich lieben für das, was wir sind, ist ein Geschehen ohne unser Zutun. Es ist ein Geschenk von irgendwo außerhalb unserer Grenzen – ein göttliches Geschenk.

Lassen wir uns also bereitwillig beschenken und fühlen wir uns komfortabel mit uns selbst. Das ist Oneness.

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