ONENESS24

Leben in Einheit ∗ Einssein im Leben

Das volle Leben

16.02.11 von (Oneness/Bewusstsein)

WellenreitenWas ist Leben? Eine Frage mit Antworten bis zum Horizont und dahinter. Nimm dir gern einmal einen Bogen Papier und einen Stift zur Hand, lass deine Gedanken und Gefühle sprechen, was Leben für dich ist, und schreibe das Wichtigste davon auf. Komm dabei möglichst von plakativen Allgemeinplätzen wie Liebe etc. zu dem, wie du selbst Leben erfährst und welche Wünsche du an das Leben in dir trägst.

Was Leben für dich ist, wird höchstwahrscheinlich ein Abbild deiner eigenen Biografie sein. Ist es so? Dein Bild vom Leben ist geformt von dem, was du erlebt hast – von jeder deiner Lebenserfahrungen, wobei die sehr frühen das Fundament und die späteren die weiteren Stockwerke bilden.

Das Tor zum Leben auf der Erde sind unsere Sinne. Sie vermitteln uns Eindrücke, die nach Durchlaufen unserer inneren Filter und Interpretationen zu Erlebnissen werden. Und da gibt es Dinge, die bereiten uns Freude und Glück, und andere Dinge, die schmerzen und lassen uns leiden. Vom ersten wollen wir möglichst viel und vom zweiten wenig, und entsprechend funktionieren unsere inneren Filter. Ein Großteil unserer inneren Aktivität ist ausschließlich damit beschäftigt zu selektieren, was erwünscht ist und was nicht. Bei vielen Menschen geht das soweit, dass von den Sinneseindrücken soviel weggefiltert wird, dass es kaum noch zu wirklichem Erleben kommt. Leben auf Sparflamme.

Das volle Leben bedeutet, Erfahrungen unvorbelastet und ungefiltert zu machen. Alles erfahren, als wäre es das erste Mal und mit der Offenheit eines Neugeborenen. Dann ist ein Baum nicht einfach ein Baum, sondern ein Wunderwerk voller Formen und Farben und voller wundersamer Wesen.

Sri Bhagavan, der Begründer der Oneness University in Indien, sieht dies so: Nicht der Inhalt einer Erfahrung ist entscheidend, sondern wie ich die Erfahrung mache. Leiden entsteht durch den Widerstand, den ich einer Erfahrung entgegensetze. Lass ich die Erfahrung hingegen ungebremst geschehen und zuende kommen, mündet jede Erfahrung ein in die Erfahrung von Bliss – einem großen Gefühl von Glück.

Nicht vollständig gemachte Erfahrungen bleiben in uns gespeichert wie nicht zuende gebrachte Aufgaben. Sie klopfen immer wieder an und drängen auf Vollendung, denn solange diese nicht geschieht, blockieren sie „inneren Platz”, halten uns in der Vergangenheit fest und verhindern so, dass wir wirklich leben. Und dies ist etwas, was jede Erfahrung betrifft, unabhängig davon, was wir erfahren.

Schicken wir also unseren inneren Kontrolleur einfach mal in Urlaub und gönnen uns wieder richtig pralle und ungebremste Erfahrungen. Das volle Leben ist reich, voller Wunder und immer ein Mysterium.

Viele Menschen bezeichnen sich selbst als Realisten. Das erstaunt, denn tatsächlich erfahren wir gemeinhin fast alles als Bestätigung unserer Lebenssicht, weil unsere Filter- und Interpretationssyssteme genau das zulassen, was diese bestätigt. Erst dann hingegen, wenn wir Sinneseindrücke ungefiltert zulassen, erfahren wir die Dinge, wie sie wirklich sind.

Das volle Leben ist also einfach richtiges Leben, das echte und unverstellte, das wie es wirklich ist. Lockern wir doch einfach mal die Handbremse, überlassen uns dem Lebensstrom und segeln darin mit weit offenen Sinnen und mit einem in das Leben verliebten Herzen. Willkommen im vollen Leben!

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