ONENESS24

Leben in Einheit ∗ Einssein im Leben

Die Einheit des Seins (2)

14.06.11 von (Oneness/Bewusstsein)

Sacred HandsSwami Muktananda wurde 1908 im südindischen Mangalore geboren und begegnete bereits in einem frühen Alter von 15 Jahren Bhagavan Nityananda, einem voll erwachten Meister. Am 15. August 1947 erhielt er von Nityananda Shaktipat, eine spirituelle Energieübertragung zur Erweckung der Kundalini, der spirituellen Lebenskraft im Menschen. Dieses Ereignis bedeutete für ihn den eigentlichen Beginn seiner spirituellen Reise.

Später wurde Swami Muktananda als Siddha-Meister bekannt, der die Einheit des Göttlichen in allem und allen lehrte. „Das Göttliche lebt in dir als du“, bringt den Kern seiner Lehre zum Ausdruck. In der Autobiographie „Spiel des Bewusstseins“ eröffnet er den Lesern die tiefgreifenden Erfahrungen und Einsichten auf seinem Weg der Selbstverwirklichung.

Seine folgenden Worte klingen wie eine Botschaft von Herz zu Herz, wie ein Liebesbrief vom Einen an das Eine in uns:

Eines ist sicher: Ihr liebt mich und wisst, dass auch ich euch liebe. Wir sind eng verbunden. So wie ich euer Selbst bin, seid auch ihr mein Selbst. So nahe sind wir. Und so sind wir auch das Selbst des Einen.

Wenn euer „Ihr“ aufhört zu sein, wenn mein „Ich“ aufhört zu sein, seid ihr nicht ihr, bin ich nicht ich. Dann sind wir alle eins. Das ist die vollkommene Wahrheit.

Es gibt keinen Unterschied zwischen euch und mir. Wir sind alle Flammen desselben Bewusstseins, desselben Gottes. Ein Selbst lebt in uns allen. Es ist Eines in vielen und viele in Einem.

Der Eine lebt in allen, und alle leben in Ihm. Wozu einen abstrakten Gott anbeten? Er lebt bereits im Herzen aller. Alles, was der Körper tut, alles, was die Sinne tun, alles, was wir tun, ist Verehrung Gottes.

Alle achten heißt, euer Selbst zu achten. Euer Selbst verehren heißt, alle zu verehren. Jeden willkommen heißen, ist die höchste Verehrung Gottes, weil Gott in jedem wohnt. Feindseligkeit, Hass und Eifersucht haben noch keinen glücklich gemacht.

Tukaram sagt: Die einzige Tugend ist, Anderen zu helfen. Eine andere Tugend gibt es nicht. Die einzige Sünde ist, Andere zu verletzen. Eine andere Sünde gibt es nicht.

Ohne die Erfahrung des Selbst, ohne die Achtung für alle als euer eigenes Selbst, kann da von wahrem Verständnis die Rede sein? Bildung hat nichts mit Rang, Titel und Würden zu tun. Nur wer das eine Selbst in allen sieht, ist wirklich gebildet. Wer das Innerste des Menschen begreift, hat wirklich etwas gelernt. Alle anderen Titel und Würden sind wertlos. Wenn ihr etwas lernen wollt, so lernt, andere Menschen willkommen zu heißen, im Bewusstsein, dass sie euer eigenes innerstes Selbst sind.

Wenn ihr jemanden seht, sollten eure Augen von Liebe erfüllt sein, sollte euer Herz vor Liebe überfließen. Nur so wird unsere Welt zum Paradies. Euer Herz sollte das Herz eines Menschen sein, und nicht ein Stein. Es sollte nicht dumpf, trocken und lieblos sein. Quält ein hartes Herz nicht uns selbst?

Wir sind alle dieselbe Flamme Gottes. Obwohl wir so viele zu sein scheinen, sind wir eins: Das müsst ihr wissen. Öffnet darum euer Herz. Jeder gehört zu eurer Familie. Jeder ist mit euch verwandt. Jeder ist euer eigenes Selbst. Wenn ihr Andere liebevoll begrüßt, wird immerzu Liebe in euch aufsteigen.

Weil Gott so voller Liebe ist, nennt man Ihn „das Meer der Gnade“. Er schenkt uns Liebe und erwartet nichts dafür. Wir sollten lernen, so zu lieben.

Wenn wir in Liebe in uns gehen, zeigt sich uns die strahlende Flamme Gottes. Voller Liebe wohnt diese göttliche Flamme in jedem von uns. Nur weil sie in uns leuchtet, können wir Andere lieben. In Wirklichkeit können wir Liebe weder geben noch nehmen, denn Liebe steigt einfach auf und leuchtet frei in unserem Innern. Dann fließt Liebe von selbst Anderen zu.

Weil diese Flamme der Liebe im Menschen ist, heiße ich euch immerzu willkommen. Nicht um euch zu schmeicheln, sondern weil dieser Eine in allen lebt. Auch wenn ihr das nicht seht, ich sehe es, und jedes Mal wenn ich euch sehe, werde ich euch immer wieder daran erinnern. Immer und immer wieder heiße ich euch alle in großer Liebe und Achtung und im Wissen um das Selbst von ganzem Herzen willkommen.

NAMASTÉ