ONENESS24

Leben in Einheit ∗ Einssein im Leben

Die Kunst des Zuhörens

03.10.11 von (Gott, Gnade, Segen, Oneness/Bewusstsein, Wirtschaft, Geld)

Helfende Hand… und die Hilflosigkeit – Ein Erfahrungsbericht

Wir fühlen, da geht noch mehr – noch viel mehr in unserem Leben. Konflikte innen und außen, und ein tief sitzendes Gefühl, nicht wirklich ganz zu sein. Beim Hinschauen sehen wir unsere Begrenzungen und unsere Unfähigkeit, aus ihnen auszubrechen. Das macht nicht unbedingt mutig, und Verdrängung liegt weit näher als das bewusste Anschauen der eigenen Unfähigkeit, daran etwas zu ändern. Gefangen in unseren Mustern und Programmierungen sitzen wir fest in unserer eigenen kleinen Grube. Was jetzt?

An der Oneness University in Indien geht es genau um dies. Und natürlich darum, das dort Erfahrene in den eigenen Alltag zurück daheim zu integrieren.

Hier ein Erfahrungsbericht von Jan Bellermann:

Auf dem Gelände der Oneness University in Indien ticken die Uhren anders. Dank der Rundumversorgung dieser liebevollen Menschen gehen fast alle einstudierten psychologischen Fluchtmöglichkeiten verloren. Im Schutz der Gruppe und in der Energie dieses besonderen Ortes, hat man die einzigartige Möglichkeit, sich rund um die Uhr mit dem schlimmsten aller Themen zu beschäftigen. Mit sich selbst! Ich bin mutig vorangeschritten, offen für alles, was kam, und habe viel lernen und erfahren dürfen. Alles war so einfach.

Doch wie lässt sich das Gelernte auf den hektischen Alltag übertragen? Wie schnell verfällt man wieder in die altbekannten Muster und Ausflüchte. Habt ihr mal versucht, in den hektischen, zwischenmenschlichen Schlachten des Bürolebens die Kunst des Zuhörens zu praktizieren? Fast unmöglich.

Mein Chef in London ist, aus meiner subjektiven Sicht, ein sehr spezieller Charakter. Deswegen geraten wir in letzter Zeit häufiger aneinander, da er auf die ausgefuchsteste Weise meine mir anvertrauten  Mitarbeiter bewusst für seine Karriere verheizt.

An einem Nachmittag flogen mal wieder die Fetzen, weil wir unterschiedliche Ansichten hatten. Während des Gesprächs versuchte ich immer wieder die Kunst des Zuhörens zu praktizieren, doch die hohe Geschwindigkeit unseres Schlagabtausches ließ dies nicht zu.

In meinem arbeitsintensiven Managerberuf kann ich gelegentlich von Zuhause arbeiten, um dem Großraumbüro zu entfliehen. Diesen Vorteil beschloss ich an diesem Tag zu nutzen. Nach dem Gespräch ging ich in Ruhe in mich.

Früher hätte ich mich in den Inhalt des Gesprächs geflüchtet und logisch versucht, diesen verzweifelten Machtkampf doch noch zu gewinnen. Oder ist das ein uralter Autoritätskonflikt? Völlig Egal! Den Prinzipien des inneren Zuhörens folgend, ergab ich mich meinen Emotionen.  Unkontrollierte Wut tobte in mir … so ein Tyrann!

Doch Wut ist nur ein Deckelgefühl, das gerne benutzt wird, um uns vor den eigentlich schmerzhaften Emotionen darunter zu „schützen“. Ich bin also voll in die Wut eingestiegen. Ich war sozusagen reine Wut und geballte kampfbereite Energie. Nach einer Weile passierte es dann. Die Wut verpuffte von einer Sekunde zur anderen. Dafür kam ein Gefühl der Ohnmacht hervor. Eine totale, grässliche Ohnmacht, die mir schlagartig auch sämtliche Energie raubte. Ich fühlte mich komplett ausgeliefert und absolut schutzlos. Ich sackte in mich zusammen, rollte mich ein wie ein Embryo. Der Schmerz fing im Bauch an und erfüllte schließlich alle Zellen meines Körpers.

Erkenntnis machte sich in mir breit. Ich habe NICHTS unter Kontrolle! Der erfolgreiche Manager hat überhaupt nichts unter Kontrolle! Ich ließ den Tränen freien Lauf und gab mich dieser absoluten Hilflosigkeit hin. Ich wurde zu reiner Hilflosigkeit …

Gleichzeitig verstand ich nun auch, dass mein Chef seinen Stil erschaffen hat, um alles unter Kontrolle zu haben, um genau diese Hilflosigkeit zu vermeiden.

Alles was man voll erfährt, wird zu reiner „Freude“. In meinem Fall ging die Hilflosigkeit nach einer Weile in einen Zustand der tiefen Stille und des inneren Friedens über. Ich war Stolz auf mich. Ich hatte mich durch meine Emotionen gefühlt und war belohnt worden. Ich hatte im Alltag die Kunst des Zuhörens erfolgreich praktiziert.

Zurück an meinem Schreibtisch öffnete ich meine Mails. Eine Mail von meinem Chef war frisch eingetroffen. Ich fiel fast vom Stuhl. Während ich mich der Hilflosigkeit hingab, hatte er seine Meinung geändert und stimmte nun doch meinem Vorschlag zu…

Sri Bhagavan sagte kürzlich: „Das Wichtigste in Oneness ist das wahre Gefühl von Hilflosigkeit. In dem Moment, da du deine Hilflosigkeit vollkommen fühlst, wird die Kundalini beginnen zu steigen. Wenn die Kundalini ansteigt, initiiert das den Prozess. Dann geschieht alles andere automatisch, und du musst nichts dazu tun.“

Fühlt Euch hilflos, es lohnt sich 😉

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