ONENESS24

Leben in Einheit ∗ Einssein im Leben

Mittagessen mit Gott

08.09.11 von (Geschichten, Gott, Gnade, Segen)

Tiramisu mit Frucht-DekoDie wichtigsten Dinge im Leben entziehen sich dem Verstehen. Na und? Viel schöner ist es doch, sie einfach zu erfahren! Dafür benötigen wir lediglich offene Sinne und eine ungefilterte Wahrnehmung. Warum ungefiltert? Weil wir die Dinge erfahren wollen wie sie sind und nicht wie wir glauben, dass sie sein sollten.

Wahrnehmen wie ein Kind und offen sein für die Welt weit jenseits unserer antrainierten Wirklichkeit. Dafür brauchen wir keine Weltreise zu unternehmen – wohl aber eine innere Reise, die uns weit über unsere kleine vertraute Welt hinausführt. Dafür sind wir doch vor Jahren hier eingeflogen und auf diesem Planeten gelandet: um neue Erfahrungen zu machen und einzutauchen in die Weiten und die Tiefen des Lebens.

„Viele Menschen haben den Wunsch, einmal in ihrem Leben Gott zu begegnen. Dabei übersehen sie das große Geheimnis: Gott begegnet ihnen in jedem Mitmenschen. Es ist also ganz leicht, Gott zu begegnen.”
Alexander Rykow

Eine wunderschöne Geschichte berichtet von einem Jungen, dem dies passierte. Dieser Junge kann jeder sein, Mann und Frau und jung und alt und du und ich:

Mit Gott zu Mittag gegessen…

Es war einmal ein kleiner Junge, der unbedingt Gott treffen wollte. Er war sich darüber bewusst, dass der Weg zu dem Ort, an dem Gott lebte, ein sehr langer war. Also packte er sich einen Rucksack voll mit einigen Coladosen und mehreren Schokoladenriegeln und machte sich auf die Reise.

Er lief eine ganze Weile und kam in einen kleinen Park. Dort sah er eine alte Frau, die auf einer Bank saß und den Tauben zusah, die vor ihr nach Futter auf dem Boden suchten.

Der kleine Junge setzte sich zu der Frau auf die Bank und öffnete seinen Rucksack. Er wollte sich gerade eine Cola herausholen, als er den hungrigen Blick der alten Frau sah. Also griff er zu einem Schokoriegel und reichte ihn der Frau.

Dankbar nahm sie die Süßigkeit und lächelte ihn an. Und es war ein wundervolles Lächeln. Der kleine Junge wollte dieses Lächeln noch einmal sehen und bot ihr auch eine Cola an.

Und sie nahm die Cola und lächelte wieder – noch strahlender als zuvor. Der kleine Junge war selig.

Die beiden saßen den ganzen Nachmittag lang auf der Bank im Park, aßen Schokoriegel und tranken Cola – aber sprachen kein Wort.

Als es dunkel wurde, spürte der Junge, dass er müde war und beschloss, zurück nach Hause zu gehen. Nach einigen Schritten hielt er inne und drehte sich um. Er ging zurück zu der Frau und umarmte sie.

Die alte Frau schenkte ihm dafür ihr allerschönstes Lächeln.

Zu Hause sah seine Mutter die Freude auf seinem Gesicht und fragte: „Was hast du denn heute Schönes erlebt, dass du so fröhlich aussiehst?”

Und der kleine Junge antwortete: „Ich habe mit Gott zu Mittag gegessen – und sie hat ein wundervolles Lächeln!”

Auch die alte Frau war nach Hause gegangen, wo ihr Sohn schon auf sie wartete. Auch er fragte sie, warum sie so fröhlich aussah.

Und sie antwortete: „Ich habe mit Gott zu Mittag gegessen – und er ist viel jünger, als ich gedacht habe.”

Autor unbekannt – aus dem Englischen übersetzt

Ein Kommentar

  • 1
    conny:

    Oh ist das schön! Ein herrlicher Herzöffner und ein geschenktes Lächeln. Vielen Dank!

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