ONENESS24

Leben in Einheit ∗ Einssein im Leben

Mühelose Bemühung

29.06.11 von (Gott, Gnade, Segen, Oneness/Bewusstsein)

Sri BhagavanIn einem seiner Darshans wurde Sri Bhagavan gefragt, wie seine Neujahrsbotschaft von 2010 zu verstehen sei, deren zentraler Punkt das Loslassen bzw. Aufgeben ist. Nach seiner kurzen und prägnanten Botschaft folgt die aufschlussreiche Antwort für alle, die sich auf der Abenteuerreise des Erwachens befinden.

Neujahrsbotschaft 2010 von Sri Bhagavan

Von all den Schlachten, die der Mensch ausgetragen hat, war die Schlacht gegen ihn selbst die mühseligste. Der Verstand mit seinen Inhalten – Angst, Eifersucht, Schuld, Langeweile usw. ist von Natur aus gespalten. Er ist in das Gute und das Schlechte gespalten, das Heilige und das Weltliche, und versucht dem Anderen zu entgehen. Darum dreht sich all das Ringen. Der Erwachte realisiert, dass es nicht sein oder ihrer Verstand ist, sondern der kollektive Verstand, der hindurchfließt und so ist er/sie sich der Vergeblichkeit von Veränderung bewusst. Diese Einsicht eröffnet eine völlig neue Erfahrung des Lebens und des Seins. Er/sie kämpft nicht mehr gegen, sondern hat sich den Verstand zum Freund gemacht.

Erwachen ist kein Ziel, es ist eine Reise. Das Ende des persönlichen Leidens ist ein Meilenstein auf dieser fortwährenden Reise im Bewusstsein. Alles weitere entfaltet sich, Wachstum findet weiterhin statt. Die Energie, die zur Verfügung steht, manifestiert sich als Aufmerksamkeit dem Anderen gegenüber, als Liebe in Beziehungen, als Effizienz und Kreativität bei der Arbeit. Du begibst dich kurz gesagt vom Existieren ins Leben.

Das Bedürfnis nach Kontrolle aufzugeben ist… Hingabe.

Die Verletzung aufzugeben ist… Vergebung.

Den Widerstand aufzugeben ist… Akzeptanz.

Den Besitzanspruch aufzugeben ist… Liebe.

Um diese aufzugeben bedarf es wiederum… Gnade

Frage: Bhagavan, wir haben alle Deine und Amma’s Neujahrsbotschaft über das Aufgeben gelesen. Bedarf es unserer Bemühung oder geschieht es ganz natürlich? Falls es Bemühung bedarf, wäre es möglich, dass wir dabei auf eine falsche Fährte geraten? Bhagavan, bitte teile mit uns, ob dies mit einer negativen Energie einhergehen könnte? Danke.

Sri Bhagavan: Das Wort, während wir uns ins Einssein begeben, ist „mühelose Bemühung“. Das heißt, bis zu einem Punkt gibt es eine Bemühung, doch dann wird sie mühelos. Das Beispiel, das ich dafür anbiete, ist, angenommen eine Schlange befindet sich im Zimmer und du befindest dich in großer Furcht. Anschließend drückt man dir eine Taschenlampe in die Hand. Die Taschenlampe zu bekommen ist die Bemühung, das Licht anzuknipsen ist die Deeksha. Dann kommt das Licht heraus, dies bedarf keinerlei Bemühung. Im Licht siehst du, dass es ein Seil und keine Schlange ist, und augenblicklich löst sich die Furcht in Luft auf. Es bedarf keiner Energie, keiner Bemühung, keiner Zeit. Dies ist der mühelose Part, die Taschenlampe in die Hände zu bekommen, und den Schalter zu drücken ist der Bemühungs-Part.

Hierbei verhält es sich ähnlich, erst mal musst du eine Bemühung einbringen, wie z.B. zu beobachten, wie der Körper atmet, wie der Körper Schritte tut. Und angenommen du nimmst eine Dusche am Morgen, dann beobachte, wie der Körper reagiert, oder was beim Putzen deiner Zähne geschieht. Fang am besten bei deinen Sinnen an, und dann werde dir allmählich deiner Gedanken bewusst. Bis zu diesem Punkt bedarf es der Bemühung. Und dann kannst du sehen, wie du deine Verletzung nicht loslassen kannst, wie du dein Leiden nicht loslassen kannst, deinen Schmerz nicht aufgeben kannst. Wenn du versuchst, deine Verletzung loszulassen, deinen Ärger aufzugeben, deinen Schmerz aufzugeben, dann ist dies falsche Bemühung. Diese Art von Bemühung ist nutzlos, sie wird zwar keine negative Energie erzeugen, aber sie ist nutzlos. In der Tat würde sie das Problem nur verstärken.

Auf der anderen Seite, was du jetzt sehen musst ist, wie die Erstbemühung ins Spiel gekommen ist, und wie die Bemühung selbst dich davon abhält, es aufzugeben. Die Bemühung selbst ist nutzlos, und wenn du dies sehen kannst, wird ein ganz natürliches Loslassen geschehen, wie ein Blatt an einem Baum wird es auf natürliche Weise abfallen. Wenn du weiterhin auf ähnliche Weise sehen kannst, wie jegliche Bemühung es nur davon abhält zu geschehen, dann wird es ohne jegliche Bemühung auf natürliche Weise geschehen. Das Wort „Aufgeben“ bedeutet also nicht, dass du irgendetwas aufgibst. In der Arbeit mit Oneness gibt es gar kein du. Die Bemühung, etwas aufzugeben, ist das „du“.

Daher musst du dies beobachten, dass jegliche Bemühung das zerstört, was dabei herauskommen soll. Das musst du sehen. Und wenn du das siehst, geschieht es einfach aus sich heraus. Es muss mühelos sein. Falls du zufällig Bemühung aufbringst und etwas dabei herauskommt, dann sei versichert, dass etwas schiefgelaufen ist. Es muss von selbst geschehen.

Der Inhalt (einer Erfahrung) ist niemals wichtig. Bist du dir dessen bewusst?

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