ONENESS24

Leben in Einheit ∗ Einssein im Leben

Reise in Oneness

18.07.11 von (Gott, Gnade, Segen, Oneness/Bewusstsein)

HimmelZwischenbericht von einer außergewöhnlichen Reise

Viele Leser von Oneness24 befinden sich auf der Reise in Oneness, jeder auf seinem individuellen Weg und doch mit ähnlichen Wünschen im Herzen. Reisen werden oft mit viel Enthusiasmus begonnen. Wenn es aber auf dem Weg beschwerlich wird und Weg oder Ziel nicht mehr klar erkennbar sind, dann kommt es zu Krisen. Da keimt leicht der Wunsch aufzugeben.

Der nachfolgende Brief des US-Amerikaners Michael Milner ist an Menschen gerichtet, die sich mit Oneness, Oneness Deeksha und der Oneness University in Indien innerlich verbunden fühlen. Einige Hinweise und Bezugnahmen machen das deutlich. Selbst aber dann, wenn du einen anderen Weg gehst, bietet dir dieser Brief viele Anregungen und Orientierungshilfen für deine individuelle Reise, denn die Herausforderungen sind bei den unterschiedlichen Wegen oft sehr ähnlich. Die Lebendigkeit, Lebenserfahrung und Authentizität der Worte und der Erfahrung dahinter sind für jeden spirituell Reisenden eine Hilfe und Wohltat.

Liebe Freunde in Oneness,

ich schreibe euch selten in einer solchen Länge, doch ich fühle mich tief bewegt, einige Dinge mit euch zu teilen, die in meinem Herzen gewesen sind.

Eine wichtige Qualität für spirituelles Wachstum ist Balance. In unserem leidenschaftlichen Streben nach Erwachen und Gottesverwirklichung ist es sehr leicht, die Balance zu verlieren. Was erforderlich ist, ist eine leidenschaftliche, gleichmäßige Ausdauer auf dem Weg. Es gibt da oftmals einen schmalen Grad zwischen echter, gesunder Leidenschaft für Wachstum, in Ausgewogenheit mit einer ruhigen Akzeptanz unserer Selbst genau so, wie wir im jetzigen Moment sind, im Gegensatz zu einer weniger gesunden und Ego-getriebenen, fanatischen Verzweiflung, um dahin zu kommen, wohin wir gehen wollen, um etwas anderes zu werden als das, was wir sind. Wachstum beginnt, wo wir sind, und nicht, wo wir gerne sein möchten. Alles Wachstum erblüht natürlich und spontan aus dem einfachen Gewahrsein dessen, was im jetzigen Moment „ist“, ohne Widerstand und aus der Akzeptanz unserer Selbst genau so, wie wir sind.

Neulich habe ich viele meiner Schwestern und Brüder gesehen, wie sie sich abmühen, um erwacht und Gottesverwirklicht zu werden, auf Kosten des einfachen Seins in friedlichem, vertrauensvollem Gewahrsein und Akzeptanz ihrer Selbst und der Realität, wie sie im Hier und Jetzt ist. Die Anstrengung zu „werden“ ist Leiden. Einfaches Sein in Gewahrsein ist Glückseligkeit. Erwachen ist ein Geschenk der Gnade, keine Errungenschaft, die erreicht wurde durch herkulische Anstrengungen, Ego-getrieben durch Verzweiflung. Entspannt Euch, atmet, lasst los! Alles ist gut. Das Göttliche hat die Kontrolle bzw. Leitung über diesen Prozess und alles entfaltet sich genau so, wie es sein sollte. Vertraut dem Göttlichen und haltet gelassen durch auf eine sanfte, ausgewogene Art und Weise.

Viele von uns sind so darauf fokussiert gewesen, es ins vollständige Erwachen hinein „zu schaffen“, eine Art von „Erleuchtung-oder-Pleite“-Einstellung, so dass wir möglicherweise enttäuscht geworden sind, wenn es nicht in einem erwarteten Zeitrahmen geschehen ist oder wir nicht die Mittel gehabt haben, um einen speziellen Prozess in Indien zu besuchen, wobei wir sicher sind, dass uns die Erleuchtung erwartet. Aufgrund unserer Tunnel-Sicht kann es sein, dass wir nicht imstande sind, das tiefgreifende Wachstum, das bereits in uns stattgefunden hat und Tag für Tag weitergeht, zu sehen und in Dankbarkeit und Demut wertzuschätzen. Als Ergebnis könnte unser Glaube an das Erwachen anfangen Schaden zu nehmen und wir könnten unseren Enthusiasmus für diese ganze Unternehmung verlieren.

Das Göttliche ist völlig präsent, hier und jetzt. All die Gnade, alles, was ihr fürs Erwachen und die Transformation braucht, ist hier und jetzt für Euch verfügbar.

Wenn ich zum Göttlichen komme, um Deeksha für Erwachen und Gottesverwirklichung zu empfangen, eine Reise ohne Ende oder Ziel, lasse ich meine Erwartungen fallen in dem Vertrauen und der Hingabe, die dem Gewahrsein entspringen, dass ich tatsächlich völlig hilflos bin. Ich sage zum Göttlichen: „Du weißt, was ich möchte, kennst meine leidenschaftliche Absicht. Gib mir, was ich benötige, wozu ich wirklich bereit bin, was das Beste für mich ist, was deinem Willen und deinem Bestimmung dient und mache mich zu einem effektiveren Instrument für deine Gnade in der Welt. Ich vertraue dir. Ich gebe mich hin.“ Was auch immer dann geschieht, ich bin demütig und dankbar und voller Ehrfurcht, eine Ehrfurcht und Dankbarkeit, die ich nicht gehabt hätte, wenn meine Wünsche auf ein erdachtes Resultat erpicht gewesen wären, das nicht so eintreffen würde, wie ich es mir erhofft oder es erwartet hatte.

Erinnert Euch, dass Erwachen nicht das ist, was wir uns möglicherweise darunter vorgestellt haben. Es ist unser natürlicher Zustand. Unsere Erwartungen und Konzepte stellen sich in den Weg. Viele von uns haben ihren Blick so sehr auf eine völlige kosmische Feuerwerks-Vorführung, auf die Erfahrung einiger paranormaler Super-Zustände ausgerichtet gehabt, so dass wir das einfache, sanfte, ach-so-gewöhnliche und nicht auffallende Gewahrsein des jetzigen Moments, der frei ist vom Widerstand und der Einmischung des Verstandes, verpasst haben. Zu viele von uns, die vom Ziel unserer Träume besessen sind, haben nicht wirklich wertgeschätzt, wie sehr wir bereits im Gewahrsein gewachsen sind, wie verändert unsere Erfahrung des Lebens jetzt im Vergleich zu früher ist, als wir mal damit angefangen haben, Deeksha zu empfangen. Erwachen ist ein Prozess, keine vorgestelltes Ziel. Genießt die Reise. Seid geduldig. Lasst Euch Zeit und erinnert Euch, auch all den schönen Dingen auf eurem Weg Beachtung zu schenken.

Viele von uns sind dieses Jahr durch überwältigende Herausforderungen und Lebensumstände gegangen, alles während wir leidenschaftlich spirituelles Wachstum angestrebt haben. Wenn wir in dem Drama verweilen, es in unserem Verstand immer und immer wieder einüben und unseren Freunden die Geschichte erzählen, um ihre Sympathie und Unterstützung zu erhaschen, dann halten wir nichts als das Problem aufrecht, denn die äußere Welt wird fröhlich unseren inneren Zustand widerspiegeln, den wir aufrechterhalten, wenn wir bei der Geschichte verweilen. Solange sich das fortsetzt, sind wir zunehmend in der Illusion gefangen, wenn wir denken, dass „etwas fürchterlich falsch ist“, und dann zieht sich unser Bewusstsein vor Angst zusammen, welches die Haupt-Ladung des Verstandes ist. Sri Amma Bhagavan lehren, dass alle anderen emotionalen Ladungen Nebenprodukte von Angst sind, und dass all unser sogenanntes menschliches Leiden das Ergebnis ist, vorm Leiden wegzulaufen. Wenn wir erkennen, dass wir in diesem Netz gefangen sind, müssen wir zum innersten Kern der Lehren von Oneness zurückkehren und die „Kunst des Leidens“ praktizieren. Das bedeutet, die Geschichte fallen zu lassen und um Gnade zu bitten, dass man sich der zugrunde liegenden emotionalen Ladung gewahr wird, diesem Gefühl des Zusammenziehens, das in Angst verwurzelt ist. Umarmt es im Gewahrsein, frei von Widerstand und es wird anfangen sich auszudehnen und seinen Halte-Griff lösen. Grundloser Friede, Freude und Liebe werden daraus entstehen und wir werden anfangen zu sehen, dass diese Situation die perfekte Gelegenheit für unser Lernen und unser Wachstum gewesen ist. Einsichten und Antworten werden kommen und wir werden uns daran erinnern, dass das Göttliche die Kontrolle bzw. Leitung hat und dass alles gut ist.

Wir brauchen einander, um es während der vor uns liegenden Reise zu schaffen. Die Gemeinschaft ist äußerst wichtig. Dies ist ein kollektives Erwachen und ein kollektiver Wandel, keine individuelle Besessenheit mit unserem persönlichen Erwachen. Es hilft unserem Prozess ungemein, vielleicht mehr als wir erkennen können, regelmäßig Deeksha zu empfangen (und zu geben), unsere Anstrengungen und Durchbrüche mit unserer regionalen Gemeinschaft zu teilen und für die Bedürfnisse untereinander zu beten.

Ich ermutige euch dazu, euch selber dafür zu verpflichten, die Arbeit eines aktiven Oneness Trainers zu unterstützen und an so vielen der Treffen und Prozessen, die von diesem Trainer angeboten werden, teilzunehmen wie ihr könnt. Das könnte der Trainer sein, der euch zu einem Deekshageber initiiert hat, oder derjenige, der euch als erster mit Deeksha bekannt gemacht hat, oder es könnte einfach ein Oneness Trainer sein, der in eurer Nähe wohnt, zu dem ihr euch hingezogen fühlt, um mit ihm zu arbeiten. Uns Trainern sind spezielle Werkzeuge und die Gnade gegeben worden, um euch in eurem Prozess zu unterstützen, und wir sind jeder dazu aufgefordert worden, uns in einer  Kerngruppe von mindestens 35 Menschen zu versammeln, die direkt mit uns arbeitet, um ein Teil der 70.000 Menschen zu sein, welche Sri Amma Bhagavan helfen werden, eine Veränderung in dem kollektiven Bewusstsein der Menschheit zu bewirken. Wenn ihr euch aufgerufen fühlt, ein Teil dieses Aspektes unserer Arbeit zu sein, dann lasst es uns (oder einen anderen Trainer, von dem ihr euch angezogen fühlt) so schnell wie möglich wissen.

Noch eine weitere Sache: Deeksha ist ein Geschenk an die gesamte Menschheit. Sie gehört nicht zu irgendeiner einzelnen spirituellen Tradition, Religion oder einem Glaubenssystem. Du magst Jude, Buddhist, Christ, Moslem, Taoist, Hindu, Heide, ein New Ager, Ureinwohner, Agnostiker oder Atheist sein. Oneness (Einssein) ist für jedermann. Einige Menschen gelangen in ein höheres Bewusstsein von einem profanen und wissenschaftlichen Standpunkt aus, ohne jegliches Interesse an Religion. Deeksha unterstützt alle Wege. Nicht jede hat eine Begeisterungsfähigkeit für Rituale und Hingabe an das Göttliche in einer persönlichen Form, wie es im Bakthi Yoga enthalten ist. Es gibt viele verschiedene Wege zu Oneness, passend für Menschen mit verschiedenen Interessen und Naturellen, wie der Weg der „Selbsterforschung“ bzw. „Selbstergründung“, wobei man mit der Frage “Wer bin ich?” als ein Weg zum Erwachen arbeitet, was nichts mit einem Ritual oder Hingabe an Gott zu tun hat.

Falls Oneness Bhakti Yoga nicht euer Ding gewesen ist, macht euch keine Gedanken, ihr seid damit nicht allein. Obwohl ich persönlich den Weg von Bhakti liebe, habe ich diese Klage von einer Reihe von Menschen gehört, Christen eingeschlossen, die gerne etwas gehabt hätten, das mehr auf Christus fokussiert ist, andere, die sich keine Hingabe an einen persönlichen Gott wünschen, und wieder andere, die einfach einen anderen Zugang brauchen.

In Oneness ist für jede und jeden etwas dabei. Es gibt viele Lehren und Prozesse, wie den Oneness Experience Kurs (Oneness Erfahren), den Oneness Awakening Kurs (Oneness Erwachen), die 64 Deekshas, wöchentliche Webcast-Meditationen und nichtkirchliche und glaubensübergreifende Oneness-Blessing-Treffen und Telefonkonferenzen, die auf der ganzen Welt angeboten werden. Es gibt gar keine Notwendigkeit, darauf zu drängen, dass jedermann eine allgemeine Leidenschaft für indische Spiritualität entwickelt. Als Oneness Trainer ist es unsere Aufgabe, Deeksha auf eine Art und Weise anzubieten, die einfühlsam und für alle Wege offen ist und auf die Bedürfnisse und Traditionen der Menschen, denen wir dienen, eingeht. Zum Beispiel als Antwort auf viele Anfragen von Christen in der Oneness Gemeinschaft, entwickele ich gerade etwas für die Erforschung des mystischen Christentums für diejenigen, die eine Verbindung zu Christus und zum Christus-Bewusstsein haben (mehr dazu in Kürze). Wie wäre es mit Oneness und Kabbalah für unsere jüdischen Freunde, mit Oneness und Sufismus für unsere moslemischen Freunde, mit Oneness und Neurowissen- schaften für die Wissenschaftler unter uns? Es gibt so viele Möglichkeiten. Lasst uns die Tür weit offen halten.

Wir lieben euch und wir sind hier, um euch in euren Prozessen zu unterstützen.

Übersetzer: Antje Schilling und Elias Schulz

Artikel als PDF inklusive der englischen Originalfassung

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