ONENESS24

Leben in Einheit ∗ Einssein im Leben

Vertrauen ins Unwissbare

20.04.11 von (Oneness/Bewusstsein, Zeitgeschehen)

WirbelMal ehrlich: Echte Sicherheit ist nur in völliger Ungewissheit zu finden. Das Leben bietet uns eine Vielzahl von Gelegenheiten, sich mit seiner zugrunde liegenden Unsicherheit vertraut zu machen. So gut wie nie stimmt es mit unseren Erwartungen überein und das Unvorhersehbare lauert hinter jeder Ecke.

Und wer kennt sie nicht, die unangenehmen Momente, in denen uns sprichwörtlich der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Genau das ist derzeit hier bei uns in Japan der Fall. Diesmal aber nicht nur im übertragenen Sinne, sondern durchaus real (ein Video dazu findest du unten).

Es drängt sich in einer solch heiklen Lage die Frage auf, was am besten zu tun ist: Das Land fluchtartig zu verlassen und sich in Sicherheit bringen oder erst einmal abwarten und im Auge behalten, wie sich die Situation hier weiter entwickelt. Ein unangenehmer Zwiespalt macht sich in mir breit.

Während ich mich durch einen inneren Dschungel von Besorgnissen und Befürchtungen schlage, sieht meine mittlerweile erwachte, japanische Freundin der Situation erstaunlich gelassen entgegen. Auch sie ist von dem Video tief bewegt und fühlt den Schmerz der Betroffenen. Doch anstatt daraufhin von nutzlosem psychologischen Ballast überhäuft zu werden, denkt sie mehr an das Wohlergehen ihrer Familie, Freunde und Klienten, als an ihr eigenes. Wohl aus altruistischen oder anderweitigen Gründen? Gewiss nicht. Ganz einfach aus dem Grund, dass da niemand ist, der etwas zu befürchten hätte oder zu verteidigen bräuchte. Da ist ein derartiges Vertrauen, das nicht eingeübt oder erlernt werden kann. Ein Vertrauen, dass sich spontan und ganz natürlich mit dem Wegfallen des Gefühls einstellt, eine vom Leben abgesonderte Person zu sein.

Als ich Tomoko fragte, was sie in Anbetracht der Sachlage zu tun gedenkt, entgegnete sie mit absoluter Klarheit: „Wenn ich bereit bin, werde ich gehen.“

So drückt sich echtes Vertrauen aus. Oder besser gesagt, die Abwesenheit von Nichtvertrauen. Was wir als Sicherheit bezeichnen ist im Grunde die Angst davor, das Bekannte und Vertraute zu verlieren. Daher sind wir sofort bereit, uns vehement zur Wehr zu setzen, wenn die Umstände bedrohlich auf uns wirken. Auf unseren Körper, unsere Familie, unser Zuhause usw. bezogen macht dies durchaus Sinn und ist biologisch so in uns Menschen angelegt. Was aber, wenn wir bloß einer gedanklichen Vorstellung von Sicherheit auf den Leim gegangen sind? Ist die Vorstellung, das gewohnte Leben zu verlieren, denn nicht weitaus schlimmer als die Begebenheit selbst, wenn sie denn tatsächlich eintritt?

Eine Konfrontation mit der äußeren Realität kann mitunter instinktive und blitzschnelle Handlungen erfordern. Umso wichtiger ist es, in unserem inneren Erleben klar und offen zu bleiben für das, was wirklich ist. Der eine Teil in uns kümmert sich unmittelbar um unser physisches Wohlergehen, wenn es notwendig ist. Der andere Teil ist auf das Fortbestehen unserer gedanklichen Illusion von „mir und meinem Leben“ bedacht. Wenn Letzeres in uns zu brodeln beginnt wie das Wasser in einem Schnellkochtopf, ist dies ein klares Indiz dafür, dass uns das Leben eine dieser kostbaren Gelegenheiten schenkt, das, was nicht ist, als solches zu erkennen und gehen zu lassen.

Wir können das Spiel der gedanklichen Vorstellungen durchschauen und sehen, was wirklich ist. Wir verlieren die Angst vor der Angst und können sie als innere Erfahrung annehmen. Alle Emotionen, die auftauchen, werden bewusst wahrgenommen und liebevoll angenommen. Das schafft Frieden und Raum für perfekte Handlungen, die spontan aus sich selbst heraus entstehen.

Eine Präsenz, eine Bewusstseins-Intelligenz tritt in den Vordergrund, die über all unser Geschick und Gelingen wacht. Ein hingegebenes, bedingungsloses Vertrauen in das, was sich weder deuten noch erklären lässt, wächst mit jeder Erfahrung dieser wortlosen Wahrheit. Und wenn auch die letzten Traumvorstellungen wie Schuppen von unseren Augen fallen, wird uns urplötzlich klar, dass wir selbst dieses unwissbare eine Leben sind.

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Tomoko Gakiya aus Okinawa/Japan ist erwachte Oneness Trainerin und gibt seit Februar 2010 Oneness Awakening Seminare, in denen sie an spirituellem Wachstum und Erwachen interessierte Menschen als Oneness Deeksha Geber ausbildet. In den über 10 Jahren ihrer Arbeit als hellsichtige Heilerin hat sie einigen hundert Menschen aus Japan, Thailand und Europa zu mehr geistiger Freiheit, Wohlbefinden und Lebensqualität verhelfen können. Zudem wirkt sie als vielseitige Künstlerin, u.a. durch ihre heilsamen Kristallklangschalen-Konzerte und die in spezielle Seminare und Sitzungen eigebundene Kunsttherapie.

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3 Kommentare

  • 1
    Adriana:

    Herzlichen Dank Elias :)…. Wir sprechen, wenn du wieder da bist. Ich schicke dir ganz viel Liebe und Licht.

  • 2
    Elias:

    Liebe Adriana, ganz herzlichen Dank für Dein Feedback.

  • 3
    ingeborg kobel:

    Hallo, lieber Elias – aus München meine innigste Verbundenheit zu dir – deiner freundin – zu Japan und allen Mitmenschen. Auch ich darf euere wunderbare Entwicklung bestaunen in eurem jungen Alter – es ist ein solch grosser Hoffnungsschimmer der neuen Zeit. Durch meine zehnjährige Arbeit mit der World-peace-prayer Society in Tokio – die sehr persönliche Verbundenheit mit Familie Saionji – einen Besuch in Tokio – Kyoto – usw. verbinden mich tiefe Erinnerungen mit diesem Land und den Menschen. Möge Gott euch und alle segnen – may peace prevail on earth – und das Licht euch tragen wo immer ihr auch euch bewegt – much l o v e – ingeborg

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