ONENESS24

Leben in Einheit ∗ Einssein im Leben

Vom Lehren und Lernen

18.11.11 von (Eltern und Kinder, Geschichten, Liebe, Partnerschaft)

UnbeschreiblichDie folgende Geschichte wurde in ihrer Urfassung von Elizabeth Ballard geschrieben und im Home Life Magazine 1976 veröffentlich. Sie ging vielen Menschen so zu Herzen, dass sie manche Modifikation erfuhr und in immer wieder veränderter Form erzählt wurde. Auch galt sie vielen als „true story“, doch ist sie das offenbar nicht. Muss sie auch nicht, denn sie ist so wahr in ihrer Essenz, dass sie letztlich eben doch eine „wahre Geschichte“ ist.

Rund sieben Milliarden Menschen leben inzwischen auf unserem blauen Planeten, aus so vielen Zellen besteht der Körper, den wir Menschheit nennen. Lehrer – und von einer Lehrerin handelt diese Geschichte – haben die schöne Aufgabe, junge Zellen auf ihrem Weg zu ihrem Platz in diesem Körper zu begleiten. Sie tun das ganz explizit, was in anderer Weise Eltern tun, und Freunde, und Weggefährten, und natürlich Lebenspartner, und letztlich jede und jeder auf irgendeine Art und Weise.

Leben ist Beziehung. Und lernen und lehren. Nie einseitig, wie die folgende Geschichte wunderbar zeigt. Lies sie mit dem Herzen…

Als sie am ersten Schultag vor ihrer 5. Klasse stand, sagte sie den Kindern nicht die Wahrheit. Wie die meisten Lehrer sah sie ihre Schüler an und sagte ihnen, dass sie sie alle gleichermaßen lieben würde. Wie auch immer, dies war unmöglich, denn vorne in der ersten Reihe saß zusammengesunken auf seinem Platz ein kleiner Junge namens Teddy Stoddard. Mrs. Thompson hatte Teddy im Jahr zuvor beobachtet und bemerkt, dass er nicht so schön mit den anderen Kindern spielte, dass seine Kleider unordentlich waren und er meistens ein Bad brauchte. Zusammengefasst: Teddy war unangenehm. Es kam zu dem Punkt, als Mrs. Thompson freudig mit rotem Stift seine Arbeiten mit einem großen „X“ durchstrich und oben ein großes „F“ auf sein Papier schrieb.

An der Schule, an der Mrs. Thompson unterrichtete, wurde von ihr erwartet, dass sie sich mit den Aufzeichnungen über die Vergangenheit der Kinder beschäftigte, und sie bewahrte sich die von Teddy bis zum Schluss auf. Als sie seine Akte anschaute, war sie sehr überrascht.

Teddys Lehrer in der 1. Klasse schrieb: „Teddy ist ein strahlendes Kind, was viel lacht. Er arbeitet ordentlich und hat gute Manieren… es ist eine Freude, ihn um sich zu haben.“

Sein Lehrer der 2. Klasse schrieb: „Teddy ist ein exzellenter Schüler, sehr beliebt bei seinen Klassenkameraden, aber er hat Schwierigkeiten, weil seine Mutter schwer krank ist und sein Leben Zuhause daher ein Kampf sein muss.“

Sein Lehrer der 3. Klasse schrieb: „Der Tod seiner Mutter war sehr schwer für ihn. Er versucht sein Bestes, aber sein Vater interessiert sich nicht sehr für ihn, und sein Leben zuhause wird ihn bald beeinträchtigen, wenn keine Schritte dagegen unternommen werden.“

Teddys Lehrer der 4. Klasse schrieb: „Teddy ist verschlossen und zeigt nicht viel Interesse an der Schule. Er hat nicht viele Freunde und schläft manchmal in der Klasse.“

Da erkannte Mrs. Thompson das Problem und schämte sich sehr. Sie fühlte sich noch schlechter, als ihre Schüler ihr Weihnachtsgeschenke brachten, eingepackt mit schönen Schleifen in hellem Papier. Außer dem von Teddy; sein Geschenk für sie war in schweres braunes Einkaufstüten-Papier gewickelt. Schmerzvoll öffnete Mrs. Thompson das Geschenk, was inmitten der anderen lag. Einige Kinder fingen an zu lachen, als sie ein Armband mit Strass-Steinchen auspackte, an dem schon einige Steinchen fehlten, sowie eine Flasche, die noch ein Viertel mit Parfum gefüllt war. Aber sie stoppte das Gelächter der Kinder, indem sie erklärte, wie schön das Armband sei; sie legte es sich um und tupfte ein wenig von dem Parfum auf ihr Handgelenk.

An diesem Tag blieb Teddy Stoddard ein wenig länger nach der Schule da, gerade lang genug, um zu sagen: „Mrs. Thompson, heute haben Sie genauso gerochen wie es meine Mama immer getan hat.“ Nachdem die Kinder gegangen waren, weinte sie fast eine Stunde lang.

Von diesem Tag an hörte sie auf, Lesen, Schreiben und Arithmetik zu lehren. Stattdessen fing sie an, Kinder zu lehren. Mrs. Thompson achtete ganz besonders auf Teddy. Als sie mit ihm arbeitete, schien sein Geist lebendig zu werden. Je mehr sie ihn ermutigte, umso schneller antwortete er. Am Ende des Jahres war Teddy zu einem der klügsten Kinder der Klasse geworden, und trotz ihrer Lüge, dass sie alle Schüler gleichermaßen liebte, wurde Teddy einer ihrer Lieblingsschüler.

Ein Jahr später fand sie eine Notiz von Teddy unter ihrer Tür. Er schrieb ihr, dass sie immer noch die beste Lehrerin sei, die er je im Leben gehabt hat. Sechs Jahre vergingen, bevor sie die nächste Nachricht von Teddy bekam. Er schrieb, dass er die High School als Drittbester abgeschlossen habe und dass sie immer noch die beste Lehrerin sei, die er je gehabt hat.

Vier Jahre danach bekam sie wieder einen Brief. Teddy schrieb, dass die Zeiten teilweise rau waren, er aber am College geblieben sei und es mit höchsten Ehren abgeschlossen habe. Er versicherte Mrs. Thompson, dass sie immer noch die beste und seine liebste Lehrerin sei, die er je im ganzen Leben gehabt hat. Wieder vergingen vier Jahre und wieder kam ein Brief. Teddy schrieb, dass er, nachdem er seinen Bachelor gemacht hatte, noch weiteres plante!

Er schrieb, dass sie nach wie vor die beste Lehrerin sei, die er je hatte. Nun aber war sein Brief ein bisschen länger. Er unterschrieb mit: Theodor F. Stoddard, MD (Doktor der Medizin).

Die Geschichte ist hier noch nicht zu Ende. Im Frühling kam ein weiterer Brief. Teddy sagte, dass er ein Mädchen kennen gelernt hat und heiraten wollte. Er sagte, dass sein Vater vor einigen Jahren gestorben ist, und er fragte sich, ob Mrs. Thompson einverstanden sei, bei der Hochzeit auf dem Platz zu sitzen, an dem sonst seine Mutter gesessen hätte. Natürlich stimmte Mrs. Thompson zu! Und was noch? Sie trug das Armband, das mit den fehlenden Strass-Steinchen. Desweiteren benutzte sie das Parfum, das Teddy an seine Mutter erinnert hat, als sie es damals an ihrem letzten Weihnachtsfest aufgetragen hatte. Sie umarmten sich und Dr. Stoddard flüsterte in Mrs. Thompsons Ohr: „Danke, Mrs. Thomson, dass Sie an mich geglaubt haben. Danke, dass Sie mir das Gefühl gaben, wichtig zu sein und mir zeigten, dass ich es anders machen kann, einen Unterschied machen kann.“

Mrs. Thompson, mit Tränen in den Augen, antwortete flüsternd: „Teddy, das stimmt nicht. Du bist derjenige, der mich gelehrt hat, es anders zu machen, einen Unterschied zu machen. Ich wusste nicht, wie man lehrt, bevor ich dich traf.“

Teddy Stoddard ist Arzt in Des Moines in Iowa mit dem Stoddard Krebs Zentrum. Jeder, der diese Geschichte hört, wird so tief berührt und weint jedes Mal, wenn er sie liest.

Nun versuche du, es anders zu machen, einen Unterschied zu machen im Leben eines Anderen… heute… morgen… tue es einfach. Zufälle geschehen durch Güte, sagt man. Glaube an die Engel, Vertreter des Göttlichen…

Ein Kommentar

  • 1
    Monika Schulte:

    Um es anders zu machen, musst du ein Anderer werden.

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