ONENESS24

Leben in Einheit ∗ Einssein im Leben

Wenn Gott mit Gott spricht

24.02.11 von (Geschichten, Gott, Gnade, Segen, Liebe, Partnerschaft)

Sonne in HandWir Menschen scheinen es zu lieben, über die Dinge in unserem Leben zu sprechen statt in den Dingen, so als müssten wir unser eigenes Leben kommentieren, um es richtig zu erfahren. Irgendetwas schiebt sich da zwischen das Erfahren und uns, dem Erfahrenen. Das ist ungefähr so, als würde die Post an uns erstmal von jemandem kontrolliert, bevor wir sie erhalten. Und wie können wir wissen, ob auf diesem Wege nicht etwas unterschlagen, verändert und hinzugefügt wird? Dieser Kontrolleur steckt irgendwie in uns und gibt sogar vor, das Beste für uns zu wollen und dass es ohne ihn in dieser Welt überhaupt nicht ginge. In meinem Leben hat er einen Namen erhalten, ich nenne ihn lange schon Mister Mind. Er mag es gar nicht, wenn ich das Leben ungefiltert und einfach ganz ohne ihn erfahre.

Leben ohne Filter, einfach ungeschminkt und so wie es ist. Mister Mind hat mir immer erklärt, das würde ich nie können, daran würde ich verglühen oder ersticken, und er hat mir viele Gründe genannt und mir zum Schutz viele Ängste geschenkt. Aber er hat bei mir an Glaubwürdigkeit immer mehr eingebüßt und sich schmollend etwas zurückgezogen, natürlich nicht ohne immer wieder zu probieren, sich geschickt in Szene zu setzen. Seine Tricks aber werden matter, und die Zeiten, als er noch als strahlender Stern am Firmament zu bewundern war, scheinen zu verblassen. Ein anderes Licht hingegen nimmt den ganzen Himmel ein und wärmt mir jede Lebensfaser. Ich nenne es Gott. Vielleicht hast du dafür einen anderen Namen.

Dies ist heute keine Geschichte über etwas. Es ist schlicht das, was mir selbst geschah, einfach, direkt und ohne Kommentar. Ich bin sicher, solche Geschichten geschehen auch in deinem Leben, so, so ähnlich oder ganz anders.

~~~

Auf einer nächtlichen Autofahrt nach Hause zusammen mit meiner Frau sprachen wir über die Dinge, die uns am Wochenende an tiefen Erfahrungen, Veränderungsprozessen und Einsichten geschenkt worden waren. Das war viel gewesen, und während wir so sprachen, begannen wir zu fühlen, wie das Auto angefüllt war mit einer Präsenz von unglaublicher Schönheit, Intensität und Nähe. Kaum aber, dass uns diese Präsenz bewusst wurde, änderte sich alles.

Wir beide wussten intuitiv, es ist Gott selber, der hier mit uns fuhr. Er schien sich aber nicht damit begnügen zu wollen, einfach mit dabei zu sein. Er nahm einfach meine Stimme und beschloss, sie als sein Instrument zu benutzen und zu erzählen, was er uns zu sagen hatte. So sprach er also eine Weile auf diese Weise mit uns, und es war das tiefste und wunderbarste Gespräch, dem ich je gelauscht habe.

Das war Gott aber nicht genug. Er hatte noch mehr vor in diesem vierrädrigen Kleinwagen und brachte mich im nächsten Schritt auf die alte Frage: „Wer bin ich, und wer redet hier eigentlich?” Während er eben noch durch mich gesprochen hatte, verschwand derjenige – nämlich ich – immer mehr, der eben noch sein Sprachrohr gewesen war. Fortan saß da also Gott mit dem äußerlichen Aussehen einer vormaligen Person namens Eckart und erzählte die köstlichsten Dinge. Und auf dem Fahrersitz steuerte vor Kurzem noch meine Frau das Fahrzeug, jetzt aber saß Gott dort in weiblicher Gestalt und hörte sich selber zu und antwortete darauf, während er souverän an den Lastwagen auf der rechten Straßenspur vorbei zog. Wo waren meine Frau und ich geblieben?

Gott und Göttin verstanden sich bestens und unterstrichen dies durch gelegentliche situationsgerechte Liebkosungen. Er/Sie war offenkundig absolut eins mit sich und hatte eine große Freude daran, sich als Petra und Eckart in die eigenen Augen zu schauen, was aus Sicherheitsgründen allerdings auf kürzere Momente beschränkt blieb. Die Unterhaltung hingegen ging über die volle Distanz der Fahrtstrecke und ohne jede Distanz zwischen Gott und uns.

~~~

Die Zeiten ändern sich. Gott ist nicht länger fern und unerreichbar. Er kommt nicht nur als weiser Lehrer direkt in unser Leben, er kommt als bester und intimster Freund. Und bist du schließlich bereit, deiner Selbstidentifikation die Grenzen nehmen zu lassen, dann siehst du dies: „Gott und ich sind eins”.

3 Kommentare

  • 1
    Josef Bergmann:

    „Gott und ich sind eins”.

  • 2
    Viktoria Ziegler:

    Lieber Eckart,
    danke für deine wundervollen Worte und das Mitteilen deiner Erfahrung des Erwachens.
    Das Lesen war ein großes Vergnügen für mich und mein Herz lacht (ziemlich laut) 🙂
    Das Göttliche in mir grüßt das Göttliche in dir.
    Alles Liebe, Viktoria

  • 3
    Magdalena:

    Ein wundervolles Zeugnis der Präsenz. Danke.

Kommentar schreiben