ONENESS24

Leben in Einheit ∗ Einssein im Leben

Die Angst vor der Angst

30.03.12 von (Oneness/Bewusstsein)

NordlichterAngst – dieses Gefühl ist so alt wie die Menschheit selbst. Jeder von uns kennt sie und hat sie schon so oft erfahren.

Zu Urzeiten fürchteten die Menschen vielleicht das Mammut, kriegerische Auseinandersetzungen oder Hungersnöte. Auch heute in unserer modernen Zivilisation existiert diese so genannte biologische Angst: Wir fürchten um unser Leben, weil wir einen Unfall erleiden, bedroht werden oder sehr krank sind. Dieser Zustand der Angst ist lebensnotwenig, denn er versetzt uns in Alarmstimmung, die unser Leben retten kann.

Was hat es auf sich mit der Angst? Zunächst einmal gibt es nur eine Angst. Es ist eine kollektive Emotion, die, wie gesagt, seit Menschengedenken existiert. Das einzige, was sich verändert hat, ist der Inhalt. Wir fürchten eben heute nicht mehr das Mammut, sondern stattdessen die Bedrohungen der heutigen Zeit.

Der Verstand („Mind“) hat sich eine Menge einfallen lassen, um andere Arten von Angst in uns zu schüren. Diese Arten von Angst unterscheiden sich in einem wesentlichen Punkt von der biologischen Angst: Während die biologische Angst naturgemäß in uns „eingerichtet“ wurde, um uns zu schützen, beruhen die anderen Arten der Angst auf puren Annahmen. Wir können sie entlarven, indem wir sie uns einmal anschauen. Wissen ist der erste Schritt.

Angst vor Versagen
Der Mind definiert, was Erfolg und Versagen ist. Er bestimmt auch, ob du erfolgreich warst oder versagt hast. Dadurch bekommst du Angst. Angst zu versagen.

Angst vor der Zukunft
Sieh, dass die Zukunft nicht real ist! Sie existiert nicht! Der Mind kreiert eine Annahme über die Zukunft und macht dir so Angst.

Angst vor Zurückweisung und Ablehnung
Es ist nur eine Annahme, dass Andere uns ablehnen. Woher wissen wir das? Der Mind hat auch hier eine Annahme geschaffen, sie als wahr angenommen und flößt dir Angst ein, abgelehnt zu werden.

Angst vor dem Unbekannten
Es handelt sich wieder um eine Annahme, die der Mind als wahr darstellt. Das Unbekannte bleibt unbekannt. Du denkst über etwas Unbekanntes nach und bekommst Angst. Die Angst beruht auf etwas Unbekanntem. Nichts davon ist real.

Angst vor Gott
Sogar vor Gott können wir Angst haben. Wenn der Mind mit seinen Konzepten und Strukturen uns sagt, dass Gott strafend, bewertend und richtend ist, bekommen wir Angst vor Gott.

Halte einen Moment inne und kontempliere über die fünf o.g. verschiedenen Arten der Angst. Erkenne, dass all diese Ängste nur Gedanken sind, nichts weiter! Sie sind nicht real!

Im zweiten Schritt soll Wissen zu Weisheit werden. Weisheit bedeutet, dass Wissen erfahren wird.

Die folgende Übungen bzw. Kontemplation kann dir dabei helfen, die Angst zu erfahren:

Setz dich in Stille an einen bequemen Ort. Halte Rückschau über dein vergangenes und gegenwärtiges Leben. Sieh, wie du vor der Angst wegläufst, anstatt sie richtig zu fühlen. Wenn dir Situationen einfallen, in denen du Angst (keine biologische!) hattest, bleib bei dem Gefühl. Spüre es in deinem Körper. In welchem Teil deines Körpers kannst du die Angst spüren? In der Kehle, die sich dir zuschnürt? Als Druck auf dem Magen? Bleib mit der Aufmerksamkeit ganz bei deinem Körper und fühle die Angst darin. Beobachte, was passiert.

Erkenne, dass du im Leben ständig vor der Angst wegläufst, anstatt sie zu erfahren. Angst will erfahren, nicht abgestellt werden. Erkenne, dass du nichts tun kannst, um die Angst abzustellen. Je mehr du dich anstrengst, sie zu unterdrücken und loszuwerden, umso schlimmer wird sie. Werde hilflos. Bitte nun dein Göttliches, deine geistige Führung, deine Engel oder wer auch immer es für dich sein mag, um Hilfe. Bitte darum, dir zu helfen, die Angst voll und ganz zu erfahren.

Halte dieses Bewusstsein in deinem Alltag so weit wie möglich aufrecht. Hab keine Angst vor der Angst. Wenn du einen Dieb beim Klauen erwischst, wird er in diesem Moment sofort damit aufhören. Mit der Angst ist es wie mit dem Dieb: Wenn du sie siehst und vollkommen erfährst, wird sie sich augenblicklich transformieren und du bist frei.

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