ONENESS24

Leben in Einheit ∗ Einssein im Leben

Die Präsenz

09.08.12 von (Gott, Gnade, Segen, Oneness/Bewusstsein)

Rote BlumeFast könnte man glauben, es gibt hier einen Artikel über deutsche Grammatik. Präsenz, Perfekt, Imperfekt, Plusquamperfekt. Da kommen sicher dunkel Erinnerungen an die Untiefen schulischer Belehrungsversuche auf. Aber keine Angst, um Grammatik geht es hierbei nicht.

Präsenz ist Gegenwart, das Jetzt also. Präsenz ist auch Anwesenheit. Einfach bloße Anwesenheit. Das ist so – um ein Beispiel zu geben – wie der Raum, der alle Räume enthält, oder wie für den Fisch der Ozean oder für den Vogel der Himmel. Oder für alles Körperliche die Welt der Elementarteilchen, aus denen alles Stoffliche besteht. Das sind Beispiele, mehr nicht, aber sie erlauben uns, ein Gefühl dafür zu bekommen für das, was sich nicht durch Teilung und Unterscheidung zu erkennen gibt: Das Ganze eben.

Wir sind gewohnt, die Dinge durch Unterscheidung zu verstehen. Was aber alles einschließt und enthält, kann so nicht verstanden werden. Während der unterscheidende Verstand hier die Segel streichen muss, hat das Herz einen untrüglichen Sinn dafür. Es „fühlt“ das und „weiß“ um diese Dinge.

Die Präsenz lässt sich also bestenfalls mit Worten umschreiben, wirklich verstehen tun wir sie nicht. Aber wir können sie erfahren! Und wenn wir sie erfahren, ist das so wundersam und groß, dass wir möglicherweise spontan sehen: Die Präsenz ist die göttliche Anwesenheit. Welche Bilder und Umschreibungen wir dafür wählen, mag sich unterscheiden, das Angerührtsein aber ist uns allen gleich, denn wir fühlen darin unsere Quelle und unsere Heimat.

Warst du schon einmal an einem Ort und einer Situation, wo du tiefe Stille gespürt hast? Nicht einfach Abwesenheit von Geräusch, sondern eine Stille, die du meintest mit Händen greifen zu können? Ja? Dann hast du es, dann weißt du, worum es geht!

Die Präsenz offenbart sich jedem auf eigene Weise, die Erfahrung der Präsenz ist so unterschiedlich und einmalig, wie es die Menschen (und alle Geschöpfe) sind. Und doch weiß man: „Das ist es!“

Da gibt es nichts zu suchen und nichts zu erarbeiten. Unsere Wachheit ist das, was uns aufnahmebereit für dieses Geschehen macht, und dann zeigt sich die Präsenz so plötzlich und wunderschön wie die Sonne, die unvermittelt durch die Wolkendecke bricht. Da grüßen sich das Licht allen Lebens mit dem Licht in unserem Herzen, und wir wissen intuitiv: Beide sind ein und dasselbe und bewirken bei ihrem Zusammentreffen in uns ein tiefes Erkennen und ein helles Aufleuchten unserer wahren Natur: Wir sind Leben, und Leben ist im Kern Glückseligkeit.

Lass es nicht bei den Worten bewenden. Schließe deine Augen, fühle einfach und öffne dich dieser Erfahrung! Erlaube der Präsenz, sich dir zu offenbaren, indem du in absichtsloser Offenheit deine Bereitschaft für diese Erfahrung signalisierst. Und dann lass einfach geschehen, was geschehen will. Es gibt nicht mehr, und es gibt auch nicht weniger zu tun. Deine bloße Bereitschaft ist alles, was du beitragen kannst.

Und zu guter Letzt noch ein Vergleich aus dem täglichen Leben: Es ist vergleichbar mit einer Suche im Internet. Du möchtest etwas wissen und das Internet stellt dir alles zur Verfügung. Deine einzige Anstrengung besteht darin, das, was du finden möchtest, in deinen Computer einzutippen. Der Rest geschieht automatisch. Dein Wunsch wird erkannt und das Gesuchte dir prompt geliefert.

So ist es mit der Präsenz. Bitte von ganzem Herzen darum, sie erfahren zu dürfen, sie fühlen zu dürfen und sieh, was geschieht.

Die Präsenz kann nicht wirklich verstanden werden, aber sie ist voll und ganz erfahrbar! Auf nichts anderes kommt es an. Das ist Oneness.

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