ONENESS24

Leben in Einheit ∗ Einssein im Leben

Ein Gedicht für Gott

13.06.12 von (Gott, Gnade, Segen)

Der TempelwegSuchen kennt keine Grenzen und keine Beschränkungen. Wer leidenschaftlich sucht, überwindet jedes Hindernis, bis er gefunden hat. Niklas Still und Vasudeva sind fast ihr ganzes Leben lang, nunmehr über 50 Jahre, beste Freunde und kennen sich über viele Inkarnationen hinweg. Hin und wieder treffen sie sich, tauschen sich aus, essen zusammen, erinnern sich und helfen sich gegenseitig beim Suchen und Finden.

Bei ihrem Treffen Ende Mai war das Thema GOTT. Oder das Göttliche, das persönliche Göttliche, unser Antaryamin. Dem Treffen folgte eine Korrespondenz per E-Mail. Sie beginnt mit einem Gedicht, geschrieben von Niklas, inspiriert durch das gemeinsame Gespräch. Suchen kennt keine Grenzen – finden auch nicht. Hier der Dialog:

* * * *

Erde regnet vom Himmel
Wasser vergilbt wie Papier
Feuer gerinnt zu Fels
Luft wiegt schwerer als Eisen
nichts erinnert an morgen.

Alle Wege sind nicht mehr
bis auf den letzten großen in dieser Welt
der einzige der bleibt.

Wer den nimmt
trifft auf das Heilige
denn nichts anderes ist noch da.

Zum Ruhme des Einen
erfinde dich neu
sei wie der Eine:
dein eigener Gott
und dessen Erleuchtung.

Niklas Still

* * * *

Lieber Niklas,

deine Zeilen verdienten eine schnellere Antwort als die meine, aber auch eine angemessene und nicht dahin geworfene. Die Muße dafür ist erst jetzt. Und da sitze ich über Deinen Zeilen und lausche in mir nach passenden Worten, und was mir kommt, ist ein einverstandenes Schweigen. Was gäbe es da auch zu kommentieren? Es ist alles gesagt, ist alles rund.

Dein individueller Weg mit all seinen Fragen und Zweifeln zwischendurch ändert daran nichts. Selbst der heftigste Sturm und die schwärzeste Wolkendecke verderben lediglich die Sicht, nicht aber hindern sie die Sonne am Scheinen. Die an die Erde geheftete Perspektive erlebt dies zwar anders, ändert aber nichts an der Wahrheit.

Letztlich gibt es nur einen wirklichen Freund: GOTT. Er erfüllt alles, was wir an Sehnsucht an einen Freund im Herzen tragen. Trifft man sich mit ihm anfangs nur gelegentlich, so werden die Intervalle immer kürzer, bis man keine Sekunde mehr ohne IHN sein kann. Mehr und mehr teilen wir alles mit ihm, bis das Leben so parallel geworden ist, dass eine Unterscheidung nicht mehr gelingt. Dann sind wir EINS mit IHM.

Wenn die innige Vertrautheit mit IHM die eigene Wahrnehmung auf immer größere Räume ausgedehnt hat, entdecken wir zu unserem Erstaunen, dass ALLES GOTT ist. Dann mag uns die Frage an IHN über die Lippen kommen: „Zeige mir etwas, das DU nicht bist.“ Und ER wird sagen: „Wenn du mit meinen Augen sehen kannst, dann wirst du entdecken: Es gibt nichts.“ Dann wird auch die Erde mit allem darauf ein heiliger Ort, weil wir die Augen haben zu sehen.

Die schönste Beziehung zu GOTT ist die Freundschaft. Jeder Chef fühlt sich einsam, wenn alle nur den Chef in ihm sehen. Fühle diese Einsamkeit, und Du wirst sein Intimfreund. Das ist anspruchsvoll. Viele Angestellte einer Firma fühlen sich wohler, wenn die Distanz gewahrt bleibt und klare Anweisungen und Befugnisse das Verhältnis regeln. – GOTT aber will Dich zum Freund. GOTT und Du seid EINS.

Herzlichst
Vasudeva

* * * *

Lieber Vasudeva,

als ich Deine Antwort las, schmeckte es im Mund elektrisch.

Kennst Du das? Es ist selten, aber immer wenn es elektrisch schmeckt weiß ich, es ist Wahrheit unterwegs. Das Göttliche macht sich breit und ergreift uns mit Haut und Haar und unsere Klauen und Zähne.

Eigentlich hast Du dasselbe geschrieben wie ich. Nur anders. Und die Quelle ist dieselbe. Mir kamen die Tränen beim Lesen, und ich bin Dir sehr dankbar.

Herzliche Grüße
Niklas

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