ONENESS24

Leben in Einheit ∗ Einssein im Leben

Einfach Gnade (3)

15.11.12 von (Gott, Gnade, Segen, Oneness/Bewusstsein, Zeitgeschehen)

TropfenChronik des Erwachens – Teil 3

Jeder erlebt seine ganz persönliche und individuelle Reise ins Erwachen. Es kann sehr segensreich sein, Erfahrungs- berichte Anderer zu lesen. Peter Saß ist im Oktober 2012 erwacht und lässt uns mit seinem Tagebuch an seinem Erwachensprozess teilhaben. Danke, Peter!

Mittwoch, 26.09.2012
In der Nacht erwache ich, es kommen mir noch mal Zweifel an meinem Zustand – wo stehe ich jetzt?

Viele Gedanken durchziehen meinen Kopf. in der Meditation spüre ich dann den Auftrag, mich täglich für die göttliche Gnade und für die Gnade AmmaBhagavans zu bedanken. Ich weiß, dass es wichtig ist, um im Fluss mit diesem Gnadenstrom zu bleiben. Ich schlafe insgesamt 7 Stunden und fühle mich am Morgen sehr ausgeruht und voller Tatendrang. Ich bin glücklich.

Mein Körper stabilisiert sich und gewöhnt sich langsam an die deutlich höhere Schwingung. Alles, was ich tun muss (z. B. geschäftliche Telefonate, kleine Arbeiten) geht mühelos und mit Leichtigkeit und sehr schnell. Das Leben fühlt sich jetzt an wie Radfahren bergab – mit Rückenwind!

Jetzt spüre ich die Stille auch während meiner Aktivitäten deutlich – die Stille ist immer da. Gelegentlich tragen Gedanken zur (inneren) Unterhaltung bei. Weder stören sie, noch erfordern bzw. bekommen sie große Aufmerksamkeit. Ich bin in Frieden mit meinem Verstand. Wo früher eine leichte Melancholie im Hintergrund spürbar war, ist jetzt eine zarte Glückseligkeit wahrnehmbar – ein inneres Lächeln begleitet mich nun.

Donnerstag, 27.09.2012
Am Morgen im Büro beginne ich nach kurzer Zeit zu tanzen – ich bin so voller Energie und alle Arbeiten gelingen mühelos. Ich muss meiner Freude Ausdruck verleihen.

Abends nach dem Live-Webcast mit den Erfahrungsberichten der erwachten Oneness-Trainer fühle ich eine unendliche Stille und Leere in mir – alles Wollen und Verlangen ist abgefallen.

Nur noch Frieden. Ich habe in der Meditation die Vision eines aufgehenden Tores, durch das geöffnete Tor strahlt helles Licht zu mir herein. Ich bekomme die Nachricht, das jetzt kein Bemühen von meiner Seite mehr nötig ist, keine Anstrengung mehr nötig ist.
DAS TOR IST OFFEN!

Freitag, 28.09.2012
In der Nacht bedanken sich meine Vorfahren bei mir, sie sind sehr respektvoll mir gegenüber – ich sage nur, dass ich sie alle liebe und segne sie und bete für ihr Erwachen.

Bin etwas erschöpft – die stundenlangen nächtlichen Meditationen und die laufenden Prozesse erfordern viel Kraft vom ganzen Organismus. Ich arbeite ja weiterhin in meinem Geschäft und gebe Unterricht. Morgens Telefonat mit Louisa, der ersten Erwachten aus Deutschland.

Ich warte jetzt sehr gelassen auf eine SMS aus Indien. Ich spüre, das sich die Fiebrigkeit des Prozesses gelegt hat – die Ruhe ist tiefer den je. Noch weniger Gedanken als in den Tagen davor. Ich gehe lange spazieren, davon große Abschnitte in größter Bewusstheit. Dabei spüre ich jeden Muskel und jeden Schritt 100%ig. Oft geht da niemand mehr – ein Körper geht durch den Wald. Der Beobachter ist das Bewusstsein.

Samstag, 29.09.2012
Ich erlaube es mir, morgens lange im Bett zu liegen. Seit gestern Abend bin ich durchgehend glücklich. Grundlos. Es ist immer da. Morgens beim Frühstücken hält es mich vor Freude kaum auf dem Sitz. Langsam gehe ich meiner Frau auf den Geist mit „meinem Prozess“. Ich kann es nicht ändern. Ich muss meinem Stern folgen und meinen Weg weitergehen.

Sonntag, 30.09.2012
Bei meiner Puja am Vormittag beginne ich das Gayatri-Mantra zu rezitieren. Ich will das eigentlich nur 3x tun, kann dann aber plötzlich nicht mehr damit aufhören. Ab dem gefühlten 25. Mal übernimmt eine andere Stimme das Intonieren – es klingt nach Sai Baba und ist mir völlig fremd. Ich fühle, wie mein Mund die Laute formt, ohne das ich etwas tue, die Aussprache ist sehr „indisch“ – anders als bei mir. Irgendwann hört das auf und ich sitze in großer Stille.

Später steigt in mir das Gefühl auf, nicht gut genug zu sein. Ein für viele bekanntes Thema. Ich gebe das an das Göttliche und sehe, wie es sich auflöst. Es war nur MEINE Sicht auf mich, entstanden in der Vergangenheit. Ich spüre, dass es mit den Vorstellungen meiner Eltern und anderen Personen aus meinen Familienkreis zusammenhängt, und es hat keinen absoluten Stellenwert. Aber es war hart wie Beton, erst jetzt kann es erlöst werden. Ich vergebe allen, die mich wissentlich oder unwissentlich damit belastet haben. Ich spüre jetzt einen tiefen Frieden mit mir selbst. Alles ist gut. Ich auch. Gut genug. Danke AmmaBhagavan!

Im Garten sehe ich, dass auch mein Verhalten gegenüber anderen Menschen unvollkommen war, manches Mal einfach dumm oder falsch. Ich entschuldige mich innerlich bei allen. Ich bitte das Göttliche, diese Dinge zu verwandeln und erlebe, wie aus meinen Fehlern Gelegenheiten für andere entstehen, zu wachsen. Wie im Zeitraffer ergibt es neue Zusammenhänge und alles macht irgendwie Sinn. In großer Perfektion scheinen meine Fehler in ein Ganzes hineinzupassen. Meine Fehler stören die Vollkommenheit dieser Welt nicht, sie sind Teil dieser Vollkommenheit.

Nachmittags versucht der Verstand aus der Situation, dass ich immer noch auf eine Antwort aus Indien warte, ein Problem zu machen und sich als großer „Problemlöser“ anzubieten. Ich beobachte, das da auf einmal viele Gedanken sind. Als ich dem Verstand sage, das er kein Problemlöser ist, sondern er derjenige, der diese hervorbringt, kehrt schlagartig Ruhe im Geist ein. Ich warte ja vielleicht tausende von Jahren auf das Erwachen, jetzt kommt es auf ein paar Tage oder Wochen nicht mehr drauf an.

Ich bekomme die Nachricht aus Indien, dass ich im „awakened state“ bin. Ja, das habe ich auch schon bemerkt. Aber ein bisschen ist es jetzt, als sitze ich auf einem Vulkan. Kurz vor Ausbruch. Oder wie kurz vor einer Geburt.

Montag, 01.10.2012
Der Tag ist durch viel Arbeit und Telefonate geprägt – aber alles fühlt sich gut fließend an und ich genieße mein Tun. Wenn ich kurz innehalte, stellt sich auch fast unmittelbar Stille ein – es ist wie ein geworfener Anker: Man wird etwas von den Wellen bewegt, aber nicht mehr abgetrieben.

Nach langer Zeit scheint sich endlich auch meine finanzielle Situation etwas zu entspannen – es fließt jedenfalls im Moment mehr als erwartet. Abends kann ich einem lieben Menschen durch ein Gespräch weiterhelfen – ich spüre, wie ich inspiriert spreche und meine Energie dabei ansteigt.

Abends höre ich wieder das Liberation-Sutra. Dabei kommt dieser Gedanke: „Der Sänger ist heilig. Der Hörende ist heilig. Der Raum (in dem alles geschieht und alles sein ist) ist heilig.“

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Fortsetzung Teil 4
Beginn (Teil 1)

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