ONENESS24

Leben in Einheit ∗ Einssein im Leben

Einfach Gnade (5)

15.11.12 von (Gott, Gnade, Segen, Oneness/Bewusstsein, Zeitgeschehen)

TropfenChronik des Erwachens – Teil 5

Jeder erlebt seine ganz persönliche und individuelle Reise ins Erwachen. Es kann sehr segensreich sein, Erfahrungs- berichte Anderer zu lesen. Peter Saß ist im Oktober 2012 erwacht und lässt uns mit seinem Tagebuch an seinem Erwachensprozess teilhaben. Danke, Peter!

Donnerstag, 11.10.2012
Die Gedanken sind heute überhaupt nicht störend, sie scheinen jetzt überhaupt keinen Einfluss mehr auf die immer präsente Stille zu haben. Alles existiert in großem Frieden miteinander. Gegen Mittag stellen sich Kopfschmerzen ein. Lösen sich nach der OM wieder.

Schon am Vormittag habe ich eine große „Weite“ im Brustraumbereich registriert. Jetzt erkenne, dass meine Aura nicht mehr definiert ist, d.h. sie ist scheinbar nicht an einem bestimmten Umkreis vom Körper zu Ende, sondern sie scheint irgendwie fast unbegrenzt, oder nur abhängig von meiner Aufmerksamkeit, oder überall. Ich kann es noch nicht genau erfassen – es fühlt sich gut und sehr frei und leicht an.

Alle Gegenstände haben jetzt wieder eine hohe Neutralität.

Freitag, 12.10.2012
Da mich kein bzw. wenig Gitternetz aus Gedanken, Gefühlen, Konditionierungen etc. umgibt, fühle ich mich sehr verbunden mit allem – gleichzeitig auch etwas „nackt“. Es existiert eben nicht mehr der gewohnte Schutzgürtel um mich herum. Was gäbe es auch zu schützen? Das Ego (hab ich das überhaupt noch)? Den Verstand? Der Körper? Ich muss mich an diese neue Situation erst wieder gewöhnen.

Nachmittags bei einer Urnenbeisetzung sind keine Gedanken da, aber Gefühle und Empfindungen sind da. Sie entstehen von innen heraus, aber NICHT als Resultat von Gedanken.

Samstag, 13.10.2012
Ich kaufe ein neues Auto, irgendwie ein bisschen so nebenbei. Es ist wohl mein emotionslosester Autokauf seit Jahren. Ich bin sehr entspannt, es ist auch Freude da, aber auch viel Freiheit und Stille.

Sonntag, 14.10.2012
Ich schaue lange auf den goldgelben Ahornbaum im Garten und bemerke, dass es wenig Motivation gibt, irgendetwas zu tun. Das Schauen an sich ist erfüllt und erfüllend.

Irgendwelche Handlungen zu tun, um „Löcher“ auszufüllen oder um irgendetwas auszuweichen, sind nicht mehr nötig. Diese „Ersatzhandlungen“, zum Beispiel um einer inneren Leere zu entfliehen, finden nicht mehr statt. Wozu auch, wenn das Verweilen im Sein, im Seinszustand erfüllend oder gar glücksbringend ist? Wenn Aktion notwendig ist, geschieht es auch, aktiv zu werden – ohne inneren Widerstand oder Überwindung.

Ich beginne mit der Übersetzung des Liberations-Sutra. Ich verstehe das auch im englischen Text, will mich aber damit auf kontemplativer Ebene und gedanklich mehr auseinandersetzen. Die tiefe Wahrheit in diesen Sanskritworten berührt mich sehr und ich spüre die Kraft und Bedeutung dieser Worte. Worte, die meine Welt verändert haben. Worte, die die Welt verändern. Worte, die aus der Quelle des Seins stammen.

Montag, 15.10.2012
Ich freue mich für eine liebe Freundin, die auf meinen Impuls hin bei einer Oneness-Meditation war und die göttliche Liebe im Blick der Oneness-Geber sehen konnte. Meine Energie steigt an.

Ich nehme Kontakt zu zwei Erwachten, diesmal per Email, auf und beschreibe meine Zustand, dass ich mich im inneren Bild oft vor einem Tor befinde, welches ich nicht alleine durchschreiten kann. Die Rückmeldung von Louisa: „Bitte AmmaBhagavan, dich dort abzuholen, wo du jetzt bist .“

Dienstag, 16.10.2012
In der Nacht meditiere ich auf das Herz von Amma, irgendwann versinke ich darin. Es fühlt sich gut an.

Am Morgen steigen alte Gefühlsmuster wieder auf: Ungeduld, Trotz, Wut und Bockigkeit. Wie seit einigen Wochen meistens verfliegen diese Emotionen schnell. Oft kann ich es mit einem Lächeln betrachten – ich sehe aber auch, das noch „Restladungen“ da sind.

Mittwoch, 17.10.2012
Beim Deeksha-Abend fühle ich mich wieder sehr verbunden und voller Liebe – beim Tanzen, Sprechen. Es ist eine starke Präsenz da und sehr tiefe Stille. Wenn mir ein anderer eine Deeksha gibt, passiert sehr viel, jemand bricht in Tränen aus oder ist stark berührt. Ich bin wie ein großer Sog und gleichermaßen reine Liebe. In der Nacht steigen starke Energieströme von meinen Oberschenkeln her auf und durchfluten meinen Körper.

Freitag, 19.10.2012
Neues Auto nahe der holländischen Grenze abgeholt. Nach 6-stündiger Autofahrt bin ich ziemlich müde, spüre aber auch in diesem Zustand den Unterschied zu früher: Präsenz ist immer da, wenn ich zur Ruhe komme entsteht sofort auch wieder „heiliger Raum“.

Samstag, 20.10.2012
Irgendwie ist Unruhe da. Ich muss mal etwas ausruhen.

Sonntag, 21.10.2012
Am Vormittag durchströmt mich auf einmal ein großes Glücksgefühl. Ich fühle mich zu meinem Altar hingerufen und mache eine kleine Puja. Dabei kommen mir ganz stark die Tränen, es will gar nicht wieder aufhören. Wieder löst sich Altes auf. Ich fühle eine ganz starke Herzöffnung und eine ganz intensive Verbindung zu Amma. Ich verbinde mein Bewusstsein mit dem von Amma und singe eine zeitlang Ihren Namen.

Gegen 14 Uhr ruft Louisa aus München an und sagt mir, dass ich erwacht bin und sie soeben eine Nachricht aus Indien darüber bekommen hat. Nach dem Telefonat ertönt ein Freudenschrei durchs ganze Haus. Mein Schrei. Das muss ich erst mal verarbeiten.

Am Nachmittag muss ich große Bäume sehen. Ich gehe durch den Stadtpark und ans Wasser und spüre, das mein Kronenchakra jetzt groß und völlig geöffnet ist, es sieht sehr schön aus. Ich kaufe Blumen für Sri AmmaBhagavan.

Mo, 22.10. und Di, 23.10.2012
Ich bin jetzt in einer Phase der Integration und Stabilisierung, d.h. alles „gewöhnt“ sich an den neuen Zustand (Körper, Geist, meine Frau…).

Gestern beim Joggen durch den Herbstwald blieb ich oft stehen, weil ich so beeindruckt von der Schönheit der Natur war – ich sehe das jetzt alles neu – wie ein Kind… staune… bin sprachlos… umarme Bäume… bin mit allem in der Natur verbunden… Es ist, als ob ich vorher einen Schleier auf den Augen hatte – diese Farben, Gerüche, Geräusche – alles in neuer Intensität.

* * * *

Beginn (Teil 1)

2 Kommentare

  • 1
    Lu:

    Danke für die Erwachensberichte – ob als Text, Video oder live. Jeder Bericht lässt in mir etwas anderes anklingen. Aha, so ist das! Hm, kenn ich auch oder staunen, sowas gibt’s? So entsteht in mir das Gefühl: Es ist alles in Ordnung, mit mir so wie es ist, einfach weitermachen, wird schon!
    Danke für diese Ermutigungen!
    Lu

  • 2
    Yvonne Mohr:

    Lieber Peter Saß, ich danke Dir von Herzen für Deine Schilderung. Anfangs habe ich vieles wiedererkannt und damit etwas Zuversicht gewonnen, auf dem richtigen Weg zu sein.
    Ich danke dir für die vielen Bilder, die Du mit Deinem Tagebuch schenkst!
    Von Herzen
    Yvonne

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