ONENESS24

Leben in Einheit ∗ Einssein im Leben

Frei – und gemeinsam

25.05.12 von (Eltern und Kinder, Liebe, Partnerschaft)

AdlerflugWir wollen in Freiheit wachsen können – gemeinsam

Wir Menschen lieben Widersprüche. Sie machen das Leben weit und geben uns die Chance, der linearen Verstandes- welt ein Schnippchen zu schlagen. Was dort nicht zusammen geht, ist für das von Fesseln befreite Leben überhaupt kein Problem. Man nennt dies die Integration von Gegensätzen. Alle Herzen können das, wenn sie erblühen.

Wenn wir sozusagen im Landeanflug auf diesen Planeten sind und uns neun Monate im Mutterleib auf die eigene Erdenreise vorbereiten, machen wir zwei für unser späteres Leben grundlegende Erfahrungen: Wir wachsen unaufhörlich, und wir sind auf das Innigste verbunden mit unserer Mutter, die uns nährt.

Mit diesem Startpaket beginnen wir unser eigenständiges Leben, und wir setzen diese Erfahrung voller Begeisterung und mit viel Energie ausgestattet in unserem Leben fort – wenn man uns denn lässt.

Kinder wollen die Welt erobern, alles sinnlich erfahren, und sie wollen groß und so schnell wie möglich erwachsen werden. Für eine Vierjährige ist das zweijährige Brüderchen noch das Baby und sie die Große, die über dieses Stadium längst hinausgewachsen ist.

Zum Wachsen brauchen wir die Möglichkeiten dazu, benötigen Freiraum für die eigene Entfaltung. Wird dies gebremst und eingeschränkt, fühlen wir uns eingesperrt wie in einem Gefängnis. Es ist ein Naturgesetz: Wachsen braucht Gelegenheiten und die Chance, die sich bietenden Möglichkeiten spielerisch auszuprobieren.

Das ist die eine Seite. Die andere ist: Wir brauchen die Verbundenheit zu unseren Lieben und zur Gemeinschaft. Wir benötigen den Zuspruch und Förderung durch andere. Das ist der Raum, in dem wir uns sicher fühlen können und der uns den Mut und die Zuversicht gibt, dass unser Leben gelingen kann.

Finden wir diese beiden Pole nicht in allen unseren Beziehungen und in allen unseren Lebensphasen wieder?

Das Kind erweitert seinen Erfahrungsraum immer mehr und benötigt zugleich das Gefühl, geborgen und beschützt zu sein. Der Jugendliche kämpft für seine Abnabelung vom Elternhaus, und findet doch genau dort den Rückhalt, ohne den die eroberte Freiheit im Chaos zu enden droht.

In unseren Freundschaften genießen wir das gemeinsame Erobern neuer Erfahrungs- räume und den intimen Austausch darüber, und doch lassen wir uns nicht gern vereinnahmen. Und in den Paarbeziehungen ist dieses sensible Gleichgewicht zwischen Bindung und Freiheit der Schlüssel zu einer lebendigen und harmonischen Partnerschaft.

Es sieht aus wie ein Widerspruch: Wir suchen die Freiheit, und wir suchen die Bindung. Beides geht zusammen, wenn die Liebe größer ist als das einander Brauchen. Liebe beschneidet nie die Freiheit, sondern erfreut sich am Wachstum des Anderen. Und sie gibt uns die tiefe Erfüllung im Herzen, ohne Vorbedingungen angenommen und geliebt zu sein.

Liebe ist die Sprache des Herzens. In ihr lösen sich alle Gegensätze auf und machen den Blick frei für das ganze Leben.

Kontemplation:
Richte deinen Blick nach innen und schau auf deine Beziehungen. Wie gestalten sie sich? Wie gestaltest du sie? Fühlst du Sehnsucht nach Bindung oder Verbundenheit? Oder spürst du den Wunsch nach Freiheit? Vielleicht ist auch beides da. Nimm dir die Zeit, dich selbst kennen zu lernen. Sieh, wie fremd du dir möglicherweise bist, weil du noch nie über diesen Punkt kontempliert hast…

Nimm alles, was du entdeckst, in Freude an. Wenn du an einer Stelle „aneckst“ oder festsitzt, erfreue dich daran, dass es dir jetzt gezeigt wird. Sieh, wie auch dir beides geschenkt wurde – der Wunsch nach Verbundenheit und Freiheit. Sieh, dass dieser scheinbare Widerspruch kein Widerspruch ist. Beides darf nebeneinander existieren.  Bitte dein Göttliches darum, dich selbst und die Anderen in bedingungsloser Liebe annehmen zu können.

Das Leben schenkt uns ein riesiges Feld wunderbarer Möglichkeiten. Es ist an uns, sie gemeinsam zu entdecken.

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