ONENESS 24

Eins·Sein im täglichen Leben – Einheit in der Vielfalt erfahren

Spirituelle Ideale

29.06.12 von (Gott, Gnade, Segen, Oneness/Bewusstsein)

LichtgestaltWenn wir nach Erleuchtung, Erwachen oder Gottes- verwirklichung streben, bildet sich in uns ganz allmählich und unmerklich ein Bild davon, wie es in diesem Bewusstseinszustand sein wird. Wir orientieren uns an der Erfüllung bestimmter Merkmale wie innerer Frieden, Einssein mit allem was ist und vieles mehr.

Viele Menschen auf dem oft so genannten „spirituellen Weg” beurteilen deshalb ihren Wachstumsfortschritt am Erreichen solcher Merkmale. Stellen sich diese nicht so ein wie erwartet, empfinden sie sich oft als nicht „weit genug“, als nicht erleuchtungs-geeignet oder auf andere Weisen ungenügend.

Gerade dieser spirituelle Leistungsdruck aber verhindert das gewünschte Aufscheinen dessen, was wir im Tiefsten sind. Erwachen und Gottesverwirklichung kann man nicht machen, sie geschehen und werden uns geschenkt.

Eine der größten Hindernisse sind die spirituellen Ideale, die sich viele Suchende zu eigen gemacht haben. Selbstloses Lieben, Denken und Handeln sind Beispiele dafür.

Selbstlos lieben, denken und handeln indes können wir nur, wenn das Erleben eines eigenständigen Selbst, einer eigenständigen Person gewichen und die Verbundenheit mit allem unsere Lebenswirklichkeit geworden ist. Solange dies nicht der Fall ist, ist da ein Selbst vorhanden, und der Versuch, selbstlos zu sein, hat keine reale Grundlage. Das Selbst kann sich nicht selbst beseitigen. Stattdessen spielt dann das Selbst das Spiel der Selbstlosigkeit.

Erkennen wir es also an: Wir haben ein Selbst, wir sind selbstzentriert.

Das Selbst hat eine Reihe von Grundbedürfnissen, z.B.

  • nach Sicherheit
  • nach Abwechslung
  • nach Bedeutung (der Wunsch, jemand zu sein)
  • nach Liebe und Verbundenheit
  • nach Wachstum und Entwicklung
  • danach, einen Beitrag zu leisten.

Wenn eines dieser Bedürfnisse unerfüllt bleibt, äußert sich das Selbst in unserem Leben destruktiv.

Es gibt im Grunde kein Problem mit dem Selbst. Ein Problem haben wir, wenn wir uns nicht komfortabel mit dem (Vorhandensein unseres) Selbst fühlen. Wir erlauben ihm dann nicht zu erblühen, sondern versuchen, es klein zu halten. Es ist ein ganz natürlicher Wunsch des Selbst, sich auszudrücken. Wenn wir ihm dies erlauben, kann es aus der Erfüllung heraus in einen höheren Zustand überwechseln und so über seine Begrenzungen hinauswachsen. Wenn wir ihm dies nicht erlauben, verhält es sich wie ein bockiges Kind und entwickelt sich zum Tyrannen.

Oneness bedeutet, sich komfortabel mit seinem Selbst zu fühlen.

Wir können nur das sein, was wir tatsächlich sind. Wenn wir das sehen und akzeptieren können, dann kann sich aus diesem Zustand heraus Oneness entwickeln.

Und was können wir dazu beitragen? Wir können uns selber anschauen und sehen, was  wirklich da ist in uns. Aus dem Sehen heraus erwächst Akzeptanz und schließlich Liebe uns selbst gegenüber. Dies geschieht ohne unser Zutun. Es ist ein göttliches Geschenk.

Sei mutig und schau hin, was sich tatsächlich in dir abspielt. Wenn du dann noch offen für die Hilfe des Göttlichen bist, wird dich deine Reise in immer größere Weiten des Bewusstseins führen. Das ist wirkliches Leben. Das ist Oneness.

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