ONENESS24

Leben in Einheit ∗ Einssein im Leben

Vaters leerer Stuhl

19.10.12 von (Geschichten, Gott, Gnade, Segen)

StuhlGibt es etwas Schöneres und Größeres, als Gott in jeder Lage des Lebens zu vertrauen? Wenn es uns auch nicht immer gelingen mag, kann das Beten dafür mit unserem persönlichen Gott eine große – die einzige – Hilfe sein. Lies dazu die folgende Geschichte:

Eines Tages bat eine junge Frau den örtlichen Priester, in ihr Haus zu kommen, um mit ihrem Vater zu beten. Als der Priester ankam, sah er den Vater im Bett liegen, den Kopf auf viele Kissen gestützt. Ein leerer Stuhl stand neben dem Bett, so dass der Priester annahm, dass der alte Mann über seinen Besuch informiert wurde.

„Ich vermute, du hast mich erwartet“, sagte der Priester.

„Nun, wer bist du?“, fragte der Mann.

Der Priester nannte seinen Namen und sagte: „Nun, ich habe den leeren Stuhl gesehen und angenommen, dass du weißt, worum es geht.“

„Würdest du bitte die Tür schließen?“ Erstaunt schloss der Priester die Tür.

„Ich habe nie jemandem davon erzählt, nicht einmal meiner Tochter“, sagte der Mann.

„Mein ganzes Leben lang wusste ich nicht, wie ich beten sollte. Im Tempel habe ich den Priester über das Beten sprechen hören, aber ich war nicht richtig aufmerksam. Daher habe ich nie versucht zu beten“, fuhr der alte Mann fort, „bis eines Tages vor vier Jahren mein Freund kam und sagte: Bruder, beten ist einfach ein Gespräch mit GOTT. Dies schlage ich dir vor: Setz dich hin, stelle einen leeren Stuhl vor dich, stelle dir voller Vertrauen Gott darauf vor und sprich mit ihm. Das ist nicht seltsam oder komisch, weil Gott versprochen hat ´Ich werde immer bei dir sein´. Dann sprich einfach mit ihm, wie du es jetzt mit mir tust.“

Der Mann erzählte weiter: „Nun, ich habe es versucht und es gefiel mir so gut, dass ich es seit dem jeden Tag mehrere Stunden mache. Ich passe natürlich auf, denn wenn meine Tochter sieht, dass ich mit einem leeren Stuhl spreche, würde sie das vermutlich beunruhigen“.

Dann betete der Priester mit dem Mann zusammen und ermutigte ihn, seinen Weg weiterzugehen. Er ging zurück zum Tempel und war sehr berührt von der Geschichte des alten Mannes.

Kurz darauf rief die Tochter den Priester an und sagte ihm, dass ihr Vater am Nachmittag gestorben war.

„Ging er in Frieden?“ fragte der Priester.

„Ja. Als ich gegen 2 Uhr das Haus verließ, rief er mich noch zu sich an sein Bett, sagte mir, wie sehr er mich liebt und küsste mich auf die Wange. Und als ich eine Stunde später zurück kam, war er gegangen. Aber etwas war seltsam daran. Scheinbar hat sich Vater, kurz bevor er gegangen ist, zur Seite gelehnt und seinen Kopf auf den leeren Stuhl neben seinem Bett gelegt. Was denkst du darüber?“

Der Priester wischte sich die Tränen aus den Augen und sagte: „Ich wünschte, wir alle könnten so gehen.“

Das Leben ist eine lange Reise.

Glückliche Momente – preise Gott.

Schwierige Momente – suche Gott.

Stille Momente – wertschätze Gott.

Schmerzliche Momente – vertraue Gott.

Jeder Moment – danke Gott.

Gott segne dich!

2 Kommentare

  • 1
    sylvia:

    Wir alle sind so gesegnet als Mensch geboren zu sein, ist ganz besonders, und wenn wir uns dieses Geschenks gewahr sind, ist es möglich, immer mit Gott – welche Gestalt er auch annimmt – zu reden, einfach plaudern, lachen, weinen, tanzen, jubeln, schweigen, und den Blick dort hin zu wenden, wo er für mich, für dich gerade sitzt. Gott ist gerade heute sehr gebefreudig. Er lässt die Sonne scheinen, als gäbe es kein Morgen. Er lässt die Vögel singen, schickte gerade einen Heissluftballon über das Haus schweben und spielende Kinder in unserem Garten. Fünf sind es. Sie spielen, jagen sich, der Kleinste von ihnen ist versunken in sein Eis, sitzt auf der Wiese und schleckt ganz genüßlich, und gerade habe ich mit meinem Liebsten gesprochen und wir sind einfach nur glücklich. Danke dem Göttlichen. Ich sehe dich jetzt an. Namaste

  • 2
    Margot:

    Berührend diese Geschichte – Sie geht durch Mark und Bein – so voller Vertrauen und Liebe. Danke

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