ONENESS24

Leben in Einheit ∗ Einssein im Leben

Erwacht (1)

21.02.13 von (Gott, Gnade, Segen, Oneness/Bewusstsein)

SchneeflockenEin persönlicher Erfahrungsbericht (Teil 1)

Von Ende Dezember 2012 bis Ende Januar 2013 waren mein Mann und ich beim 4-wöchigen Vertiefungskurs an der Oneness University. Wir beide haben dort das Geschenk des Erwachens bekommen, ich am vorletzten Kurstag. Dies sind meine (Petras) Schilderungen der ersten Zeit nach dem Erwachen. Was ist anders nach dem Erwachen? Was hat sich verändert? Sie sollen dazu dienen, den Unterschied zwischen vor und nach dem Erwachen deutlich zu machen und somit anderen eine Hilfe sein. Es kann natürlich nur ein Auszug sein, es würde sonst den Rahmen sprengen. Ich wünsche mir von Herzen, dass sie ein Beitrag und eine Unterstützung für jeden und jede auf seinem/ ihrem individuellen Weg sein können.

1. Woche

Die Fahrt zum Flughafen und die ganze Reise erlebe ich innerlich ganz gelassen. Ich bin wie ein Beobachter des Ganzen. Dinge, die mich sonst aufgeregt hätten, lassen mich zwar nicht kalt, es gibt z.B. noch Ungeduld, aber ich leide nicht mehr darunter und wünschte, ich könnte endlich Geduld haben. Wir konnten unsere Koffer in Frankfurt nicht mitnehmen. Das nervte zwar, ich fühlte die Anhaftung an Besitztümer, aber ich fühlte auch hier kein Leiden.

Zuhause fühle ich mich fremd, alles sieht so anders aus. Ich fühle mich zwar verbunden und bin froh, wieder Zuhause zu sein, aber irgendwie hat das alles auch nichts mit mir zu tun. Ich fühle besonders nachts sehr stark das Kollektiv. Alles Mögliche rauscht an Emotionen und Ladungen durch mich durch. Ich spüre die Schwere der Menschen, und auch, dass das alles kollektive Geschichten und nicht meine sind. Es fühlt sich nicht besonders angenehm an, aber ich wehre mich nicht dagegen, so dass darin auch eine Art Freude entsteht.

Wir werden gleich einen Tag nach der Ankunft ins pralle Leben geschubst, müssen bei Schnee (in Indien waren es knapp 30 Grad) zur Werkstatt unser Auto abholen und ein paar Dinge besorgen. Die Atmosphäre ist sehr dicht, die Menschen sehen so leer und leblos aus. Aber dahinter ist in jedem das Göttliche seh- und fühlbar. Sie haben es nur vergessen…

Zwei Tage habe ich noch frei, dann geht‘s wieder zur Arbeit. Der Mind (Verstand/Geist) ist effektiv, wenn ich ihn brauche; ich kann 5 Wochen Abwesenheit an einem Tag zügig abarbeiten. Am meisten staune ich über mich selbst, es ist das größte Vergnügen, mich selbst zu beobachten. Ich verstehe endlich eines meiner Lieblingsvideos von Bhagavan „Innere Integrität“. Es gibt nichts spannenderes, als sich selbst zu beobachten. Alles ist so neu, die Wahrnehmung hat sich verändert. Wahrnehmung im Sinne von Bewertung oder Urteilen… und sie hat sich irgendwie verlangsamt… genauer kann ich es jetzt noch nicht sagen. Ich kann nicht mehr mehrere Dinge gleichzeitig tun, was ich sonst gut konnte. Das Größte aber ist immer wieder: Da ist kein Leiden mehr. Was immer geschieht oder welche Emotion auch immer hochkommt: null Leiden – weil da kein Widerstand mehr ist und kein Bewerten von gut oder schlecht. Die Dinge „sind“ einfach. Widerstand scheint mit dem veränderten Gehirn nicht mehr zu funktionieren, zumindest empfinde ich es so – als wäre da eine Art Sperre drin. Das ist für mich das Verblüffendste und Tollste am Erwachen.

Ich fühle mich befreit von der Vergangenheit. Sie ist nur noch eine Erinnerung ohne Emotion. Ich brauche relativ viel Schlaf, mehr als in Indien und bin hier auch müder als dort.

Wir besuchen den ersten Deeksha-Abend und spüren das Desinteresse der Nicht-Erwachten. Ich fühle mich als ihre Projektionsfläche für ihre Ablehnung und Frust. Zwar erzählen wir von Indien und unseren Erfahrungen, aber das Interesse ist mittelmäßig. All das fließt einfach durch mich hindurch. Zuerst hatte ich Ladung damit und fühlte Enttäuschung, aber als ich dabei blieb, löste sie sich auf. Ich erkannte mich selbst darin, denn so ähnlich ging es mir auch, als ich noch nicht erwacht war. Nach dem Motto „die haben ja gut reden, die Erwachten, und überhaupt keine Ahnung, wie ich mich fühle“ – das empfand ich jetzt umgekehrt. Ich bin dankbar, mich daran erinnern zu können und hoffe, dass mir dies jetzt hilft, wenn es darum geht, anderen zu helfen. Nach einer Chakra Dhyana folgt die Deeksha-Runde. Die Deekshas sind sehr stark. Sonst kam die Deeksha-Energie immer von außen in mich, diesmal ist es das erste Mal so, dass die Quelle in mir ist und aus mir sprudelt. Es fühlt sich wunderbar an.

2. Woche

Es ist alles noch so ungewohnt. Ich spüre kurzfristig hin und wieder so was wie Angst, den Zustand zu verlieren. Wie ein „awakened state“, der kommt und geht. Ich muss mich immer wieder erinnern, dass das Erwachen permanent ist und nicht wieder weggeht. Ein beruhigender Gedanke, der totale Freude und Erleichterung auslöst. Angst die hochkommt, macht nur kurz „plopp“ und ist dann wieder weg. Ein Auf- und Abtauchen, wie jede Emotion. Es sind auch noch Gedanken da, eigentlich nicht weniger als vorher. Aber sie fließen einfach so vorbei, ich beachte sie nicht weiter. Die Session über die Gedanken, wie sie entstehen usw., war für mich eine der besten des Kurses. Seitdem sind „meine Gedanken nicht meine Gedanken“ – nicht als Wissen, sondern als Erfahrung. Das Bewusstsein ist da, das das Erwachen ein Geschenk des persönlichen Göttlichen ist. Ich habe nicht das Gefühl, etwas dazu beigetragen zu haben, außer das (existenzielle) Leiden immer wieder zu fühlen und immer wieder für das Erwachen zu beten.

Ich „teste“ in allen möglichen Situationen, wie ich reagiere, und finde das sehr spannend. Die Freude darüber, erwacht zu sein, ist riesengroß. Und die Dankbarkeit. Ich fühle so tiefe Dankbarkeit für AmmaBhagavan für dieses Geschenk. Sie sind sehr lebendig und präsent in mir, was sich immer weiter verstärkt. Manchmal ist es auch so, dass ich das Erwacht-sein vergesse und einfach wie immer im Alltag unterwegs bin. Erwacht zu sein ist kein Dauer-Glücks-Zustand, sondern ziemlich normal. Da kann auch Nerv oder Ärger sein, aber es stört nicht und ist schnell vorbei. Der Alltag geht weiter wie immer. Ich erkenne, wie viele Konzepte und Vorstellungen ich über das Erwachen hatte und dass nichts davon zutrifft. Das, was dabei geschieht, können wir uns nicht im Geringsten vorstellen.

Die erste Mind-Attacke trifft mich völlig unvorbereitet. Ein kleiner Anlass genügt, und ich falle tief in einen Sumpf der Emotionen. Angst und Eifersucht sind plötzlich da. Der Mind packt so schnell zu, dass ich keine Chance habe. Er kreiert Geschichten, ich fühle mich im Recht, alles ist vergessen. Null Chance. Darauf war ich nicht vorbereitet, das hat mir keiner gesagt! Stundenlang hält mich der Angriff auf Trab, obwohl ich bei den Emotionen bleibe und nicht ausweiche. Ich bin so sauer. Ich bete zu Bhagavan um Hilfe. Dann ruft ein ebenfalls erwachter Freund an, der etwas mit Eckart besprechen möchte. Ich halte ihn am Telefon fest, schildere ihm meine Misere und lasse mir sagen, dass das völlig normal ist. Nach dem Telefonat geht es mir besser. Der Mind wird etwas ruhiger, und ich kann erkennen, dass alles eine erfundene Geschichte desselben ist und mit der Realität nichts zu tun hat. Ich bete dafür, dass sich die Ursache der Ladung auflöst. Am nächsten Tag ist die Erinnerung daran höchstens noch lustig und etwas peinlich, dass ich mich so aufgeführt habe. Allerdings weiß ich nicht, ob ich mit diesem Thema vom Mind noch mal zu packen bin… Aber ich sorge mich nicht darum. Gebete werden sehr schnell erhört, viel schneller als vorher.

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Erwacht (2)
Erwacht (3)

4 Kommentare

  • 1
    Kerstin:

    Moin Moin
    So eine schöne Beschreibung und Offenheit von Dir

  • 2
    Uma Licht:

    Danke für diesen ehrlichen und sehr hilfreichen Bericht.

  • 3
    Waltraud (Hodapp-Baum):

    Danke,
    du hast mir mit deiner genauen Beschreibung geholfen, eine Erfahrung vor vielen Jahren noch besser zu verstehen!

  • 4
    Thomas Eder:

    Liebe Petra!
    Danke, danke für Deinen Bericht. Bin vor kurzem erwacht und beginne erst so langsam zu begreifen, was das bedeutet für mich.

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