ONENESS24

Leben in Einheit ∗ Einssein im Leben

Erwacht (2)

21.02.13 von (Gott, Gnade, Segen, Oneness/Bewusstsein)

SchneeflockenEin persönlicher Erfahrungsbericht (Teil 2)

3. Woche

Der Mind versucht seinen nächsten Angriff aus dem Hinterhalt. Ich erkenne es rechtzeitig und beachte ihn nicht, so wie man jemanden stehen lässt, der einen zutextet über etwas, was man nicht hören will. Einfach ignorieren. Das funktioniert wunderbar, und er ist sofort ruhig. Keine Geschichten, keine Dramen. Hier spüre ich deutlich den Unterschied zum Nicht-erwacht-sein, denn vorher wäre sicherlich ein kleines Drama entstanden.

Ich muss seit ewigen Jahren das erste Mal auf Dienstreise zu einer Schulung. Auch hier kein Leiden, obwohl ich da nicht wirklich drauf stehe, nicht gern allein reise und in Hotels übernachte. Ich schwimme einfach mit dem mit, was ansteht. Die Schulung läuft aufgrund technischer Programmfehler recht schleppend und ist dadurch relativ sinnlos. Meine Kolleginnen regen sich am Abend und auch bei der Abreise am Flughafen noch auf. Für mich ist das alles längst Vergangenheit, nur noch eine Erinnerung ohne Emotion. Das ist völlig neu für mich, denn vorher wäre ich sicher in den Frust mit eingestiegen. Es ist so, als fällt vieles einfach in ein Loch und verschwindet. Was für eine Erleichterung. Langsam verstehe ich, dass Erwachte fitter und jünger aussehen, denn so viele Energieverschwender, die der Mind uns beschert, sind einfach nicht mehr da.

Ich werde krank und bekomme eine fette Erkältung. Seit Jahrzehnten hab ich wieder etwas Fieber. Ich fahre trotzdem erstmal zur Arbeit, im vollen Bewusstsein meiner alten Konditionierung, dass krank sein nicht erlaubt ist, und kann nichts dagegen tun. Ich leiste keinen Widerstand, schau mir die Konditionierungen an und fahr erstmal ins Büro. Dort werde ich nach Hause geschickt, ich lasse mich krankschreiben und lege mich ins Bett. Ich realisiere „mein Körper ist nicht mein Körper“ und beobachte sein Eigenleben. Kein Ärger, dass ich ja gesund sein will und es ja nicht bin (klar will ich gesund sein, aber nun ist es so, wie es ist), kein Rumjammern. Ich gebe den körperlichen Bedürfnissen nach und nehme meine Medikamente. Manche denken, dass Erwachte nicht mehr krank werden, aber das stimmt nicht.

Wir besuchen Freunde auf dem Reiterhof. Eigentlich wollten wir zum Pferd, aber es ergab sich ein schönes Gespräch bei einem Tee. Die Freunde sind nicht besonders spirituell, aber fragten interessiert, was wir in Indien so gemacht haben. Sie haben auch schon mal eine Deeksha von mir bekommen, so dass ich auf ihr stetes Nachfragen hin ausführlicher erzähle und dann auch sage, dass ich erwacht bin. Das geht ja nicht in jedem Umfeld. Es tut so gut, die Dinge offen auszusprechen, wie sie sind. Ich spüre hier das erste Mal, was Bhagavan damit meint, wenn die Gehirne sich vernetzen. Es geschieht automatisch und ist körperlich spürbar. Das Bewusstsein der Freunde wurde automatisch beeinflusst, ich habe nichts getan.

4. Woche

Ich spüre das starke Bedürfnis, mich anderen mitzuteilen und mein Geschenk des Erwachens zu teilen. Es finden mehrere Treffen statt, teils mit nur Erwachten und teils auch mit Nicht-Erwachten. Es ist alles wie Auftanken, denn im Alltag ist es nicht leicht, das Bewusstsein gut zu halten. Jeder profitiert von jedem, alle werden bereichert durch die anderen. Alle haben das Bedürfnis, über ihre Erfahrungen zu sprechen, um sich weiter zu stabilisieren. Ich spreche mit Bhagavan, dass ich meine Kraft nach außen bringen möchte. Gebete werden sofort erhört und es kommen Aufgaben!

Es ist klasse, einen erwachten Ehepartner zu haben. Es ist immer ein Ansprechpartner da, was natürlich eine große Unterstützung ist. Es ist interessant, weil wir beide unterschiedliche Erfahrungen machen. Wir haben uns angewöhnt, morgens und abends ein Aahrti (kleines Lichtritual) zu machen, um das Göttliche einzuladen und danke zu sagen. Wir sind in solchen Dingen etwas undiszipliniert, aber es tut sehr gut und stärkt die Verbindung zum Göttlichen immer weiter. Ein Oneness-Freund schrieb kürzlich: „Die Reise zu Gott ist zu Ende. Die Reise in Gott hat erst begonnen“. Das hat mich sehr berührt.

Manchmal kommt der Gedanke oder die Frage, ob da noch eine Person, ein „Ich“ ist. Etwas Getrenntes vom Göttlichen. Ich kann (nach einem Telefonat mit einer erwachten Freundin) fühlen, dass dieses „Ich“ die einzelnen Persönlichkeiten sind, aus denen wir bestehen. Denn diese sind ja (noch) da, tauchen auf und wieder unter und wechseln sich ab. Damit hat sich meine Frage aufgelöst. Viele haben Angst vor dieser Vorstellung, dass da keiner mehr ist, ging mir anfangs auch so. Wir haben viel zu viele Konzepte und Vorstellungen darüber, die uns Angst machen. Aber auch das geschieht alles automatisch und wir müssen uns darüber keine Gedanken machen. Im Alltag habe ich dieses Bewusstsein meist nicht bzw. denke einfach nicht drüber nach. Statt einer Person ist da dieser große Ozean, der mit das erste Mal im Vertiefungsprozess an der Oneness University „begegnet“ ist. Vielleicht ist es die Präsenz? Es fühlt sich wunderbar an, und ich kann bewusst dorthin gehen und damit eins werden und mich dort auftanken. Es ist eine Art Ruheoase und gleichzeitig immer da. Gestern Abend habe ich einen kleinen Moment lang zum ersten Mal gespürt, dass da kein Unterschied war, keine Trennung, keine zwei oder mehrere Dinge, da war nur eins, nur das Göttliche. Sat Chit Ananda – Sein, Bewusstsein, Glückseligkeit. Übrigens ist da kein Bestreben mehr, solche Momente festhalten zu wollen; anders als im erwachten Zustand, den wir mit aller Kraft erhalten wollen. Sie kommen und gehen einfach.

Die meisten Fragen sind verschwunden. Einfach weg. Dinge, die mich sonst beschäftigt haben, haben sich aufgelöst. Wenn sich eine Frage formt, löst sie sich gleich auf. Manchmal bin ich mir allerdings selbst ein Rätsel, denn vieles wechselt sich so schnell ab und verändert sich. Vieles will einfach noch integriert und vertieft werden. Mit anderen darüber zu sprechen tut mir sehr gut.

Das Aufschreiben all dessen erzeugt Ruhe und Frieden in mir und schafft große Klarheit über mich selbst, während mein Fokus dabei auf das gerichtet ist, was den LeserInnen am meisten dienlich ist. Ich hoffe, dass dies gelungen ist.

* * * *

Erwacht (1)
Erwacht (3)

7 Kommentare

  • 1
    heike:

    Danke Petra,
    du hast dir soo viel Mühe gemacht !!

  • 2
    Michael:

    Liebe Petra, zu Deinem Letzten Absatz: Es ist Dir wirklich sehr gut gelungen. Ganz herzlichen Dank!

  • 3
    Susanne W.:

    Liebe Petra, ich will Dir von ganzem Herzen danken, dass Du dies alles mitgeteilt hast – es tut so gut, weil ich das große „Netz“ im Meer der „Ungeteilten Liebe“ zwischen uns allen spüren kann und manche Verunsicherungen sich in mir durch Deine Zeilen auflösten.
    Namaste, Susanne

  • 4
    Michael:

    Liebe Petra,
    ich bin dir sehr dankbar für deine ausführliche Beschreibung … Es wird mir immer mehr klar, welche Gnade dahinter steht und agiert – da wir NOCH unerwachten stets reagieren – beobachte das jeden Tag und ertappe mich manchmal dabei, wieder falsch darauf reagiert zu haben – aber es bessert sich – letztens konnte ich wirklich darüber lachen, als ich merkte, dass es wieder hoch kam … Danke vielmals und ganz liebe Grüße vom Bodensee ! Namaste ! Michael

  • 5
    Jill:

    Danke, Petra, das ist sehr hilfreich.

  • 6
    Uma Licht:

    Liebe Petra,
    nochmals ganz herzlichen Dank für diese wunderbare Schilderung und ich spüre, dass sich auch mein Bewusstsein ständig in diese Richtung verändert, seitdem ich mit AmmaBhagavan verbunden bin. Und ich freue mich sehr auf mein vollständiges Erwachen, das Du schon erfahren durftest.
    In Liebe
    Uma

  • 7
    Gabriele:

    Liebe Petra,
    es tut so gut, Deine Erfahrungen zu lesen. Danke, dass Du so viel von Dir berichtet hast.
    Gabriele

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