ONENESS24

Leben in Einheit ∗ Einssein im Leben

Das neue Schiff

18.04.14 von (Geschichten, Gott, Gnade, Segen)

SchiffStell dir vor, du bist Gott und kannst sehen, wie deine Kinder auf dem Meer in einem riesigen Sturm mit einem uralten kaputten Schiff unterwegs sind. Und du kannst klar sehen, dass sie mit diesem alten Kahn auf jeden Fall untergehen werden. Nur sie selber wissen das nicht – und wollen es auch gar nicht wahr haben. Also was machst du? Wirst du ihnen beim Ertrinken zuschauen oder wirst du mit allen Mitteln versuchen sie zu retten?

Sicher letzteres – aber wie? Die beste Lösung wäre wohl die, ihnen ein neues Schiff zu geben und sie näher zu dir heran zu holen. Aber wie bekommst du sie dort drauf?

In diesem Bild sind es wir Menschen, die wir mit unserem alten Bewusstsein direkt auf dem Weg sind, uns als Menschheit selbst zu zerstören – und die ganze Erde gleich mit. Aber können wir uns ändern? Nicht wirklich. Wir halten weiter an unseren alten gedanklichen und emotionalen Mustern fest. Genauer: Sie halten uns fest und wir glauben, wir hätten einen freien Willen. Wir wollen Veränderungen zum Besseren – wollen aber gleichzeitig weiterhin das Alte, von dem wir glauben, dass es uns uns glücklich macht: materieller Besitz, konstante berechenbare Beziehungen, Anerkennung, Wichtigkeit, Sicherheit …

… und unter all dem suchen wir eigentlich alle nach dem Einen: Liebe – und darin eigentlich die Liebe Gottes, von der wir uns vor so langer Zeit abgewandt haben.

Nun also, von Gott aus betrachtet ist es so, dass wir uns an dem alten Schiff festhalten, weil wir nicht glauben können und wollen, dass das Neue uns tatsächlich tragen kann. Schlimmer noch: Gott versucht, uns auf das neue Schiff herüberzuheben und wir halten von innen die Tür zu! Die Angst in uns behauptet, dass wir untergehen werden. Und wir glauben ihr.

Noch tiefer geschaut ist es sogar so, dass wir Angst vor Gott haben – auch wenn wir das nicht glauben können. Es fällt mir immer noch sehr schwer. Aber ich hab es in mir gesehen. Und ich beobachte, wie ich Gott immer nur dann „herbeiwünsche“, wenn es mir gefällt oder wenn ich ihn brauche.

Gott ist also in der „Zwickmühle“ 😉 Und so greift er zu einem „Trick“. Er legt den ganzen Käse, das ganze Leid, den Schmerz und den Abfall – was schon immer in uns war – Stück für Stück offen, in solche Häppchen verpackt, dass wir sie gerade so annehmen können. Auch wenn sie uns manchmal wie echte Felsbrocken oder ganze Gebirge erscheinen. Denn leider ist es doch so, dass wir uns erst dann wirklich ehrlich Gott anvertrauen, wenn wir nicht mehr anders können. Vorher ist es meistens (wenn überhaupt) eine nette unverbindliche Freundschaft, die nur so lange hält wie alles nach unseren Vorstellungen läuft.

Nun, so wie ich das sehe, ist das wohl der einzige Weg, um uns wirklich aus diesem Schlamassel herauszuholen, in dem wir stecken. Könnten wir es aus eigener Kraft schaffen? Nein.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen, dass wir es endlich schaffen, mehr und mehr die Türklinke loszulassen und Gott zu uns hereinzulassen. Mit anderen Worten, dass wir diesem Prozess, in dem wir alle sind, mehr und mehr vertrauen können – auch wenn er oft sehr anstrengend ist und viel Schmerz und Angst in uns offen legt.

Natürlich ist dies nur ein Bild, um das, was hier geschieht, besser verstehen und annehmen zu können. (Und es erhebt keinen Anspruch auf absolute Wahrheit – ist einfach nur etwas, was sich richtig anfühlt und vielleicht auch hilft.) Gott schaut nicht „auf uns herab“! Das ist das Schlimmste, was wir uns je als Vorstellung erschaffen konnten. Er ist tief in uns, vom ersten Augenblick an – und es könnte auch gar nicht anders sein …

Mögen wir uns alle eines Tages in den Armen liegen und darüber freuen, dass unser inneres Gefängnis gesprengt wurde und wir auf ein neues Schiff umgestiegen sind – mit Gott als Steuermann.

5 Kommentare

  • 1
    Claudia:

    Lieber Alexander,
    danke für deinen Bericht. So fühlt es sich an, das Bild, das man sich zurecht gelegt hat, zerbricht. Weglaufen, verstecken geht nicht mehr. Der Schmerz ist oft nicht auszuhalten, festhalten geht nicht. Keine Ablenkung möglich, es braucht Mut durchzugehen. Schaff ich’s aus eigener Kraft? Nein. Da fühlt man sich hilflos, wie ein Kind. Weiß nichts mehr… bis man diese leise Stimme hört, gib mir deine Hand…
    Namaste, Claudia

  • 2
    Elias:

    Danke Alexander. Du hast das sonst meist nur im Stillen Erlebte hier ganz wunderbar zum Ausdruck gebracht.

  • 3
    Kirsten:

    Lieber Alexander, Danke!
    „Wir haben Angst vor Gott“ – gut ausgedrückt. Angst vor etwas Gutem und Schönen! Warum ist das so? Darf das wirklich alles wahr sein?

  • 4
    Elke:

    Von Herzen Dank für diese so wunderbare, berührende und für mich auch erleichternde Darstellung. Mögen wir mehr und mehr die Tür für Gott öffnen. Ki Jay

  • 5
    Arite Husmann:

    …“Nun, so wie ich das sehe, ist das wohl der einzige Weg, um uns wirklich aus diesem Schlamassel herauszuholen, in dem wir stecken. Könnten wir es aus eigener Kraft schaffen? Nein.“…

    Warum, nein?

    …“In diesem Sinne wünsche ich uns allen, dass wir es endlich schaffen, mehr und mehr die Türklinke loszulassen und Gott zu uns hereinzulassen.“… ____“Er ist tief in uns, vom ersten Augenblick an – und es könnte auch gar nicht anders sein …

    Wieso diese Widersprüche? Wollen wir Gott in uns hereinlassen oder ist Gott in uns? Und wenn Ja, dann ist die Frage, ob wir es aus eigener Kraft schaffen doch ganz klar mit einem Ja zu beantworten.

    So lang der Mensch nicht erkennt, dass alles, das heißt er selbst und damit auch das Schiff, Gott ist, sucht der Mensch die Kraft im außen. Die Kraft ist aber Gott, ist es selbst, ist die Liebe, das Leben, die Energie. Wir sind Gottes/unser Wille. Das Schiff kentert nur deshalb, weil die Menschen blind sind und sich selbst, also Gott, nicht erkennen. Sie erkennen die Kraft Gottes in sich, ihre eigene innewohnende Kraft nicht und meinen außen suchen zu müssen. Sie sehnen sich nach einem neuen Schiff. Dabei sind sie selbst das Schiff. Sie verstehen nur nicht, sich dem Schiff, Gott, sich selbst, anzuvertrauen. Deshalb versuchen sie ständig, am Schiff, an ihrem Leben, umherzudoktern, zu kämpfen, zu vergleichen, zu be- und verurteilen, anstatt dem Schiff, Gott, dem Leben, sich selbst zu vertrauen. Da die Menschen nicht verstehen, dass sie Gott sind, glauben sie, ihr Leben entsprechend planen, gestalten zu müssen. Sie planen und wünschen – doch das „sie“ ist nur ihr menschliches Ego. Und solange die Menschen mit dem Ego schauen und denken, sind sie blind für die Energie, die Kraft, die Liebe Gottes.

    Ich glaube, das ist es, was wir erfahren dürfen und uns immer wieder daran erinnern müssen. Zur Zeit ist mir dies sehr bewusst. Ich wünsche, wenn ich es wieder vergessen sollte, um eine liebe Erinnerung 🙂

    Danke, dass es Euch gibt.
    Arite

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