ONENESS24

Leben in Einheit ∗ Einssein im Leben

Spirit und Sexualität (1)

12.04.14 von (Liebe, Partnerschaft)

Engel der LiebeKein anderes Thema hält, neben Geld und Macht, die Menschheit so sehr in Schach wie Sex. Sex kann übermächtig werden und das Leben durch und durch kontrollieren und hat schon viele Persönlichkeiten beruflich und privat zu Fall gebracht. Sexualität wird auch genutzt, um Produkte besser zu verkaufen, uns neugierig zu machen, hinzuschauen. Sex sells.

Vieles befindet sich derzeit im Wandel. Das Bewusstsein verändert sich – zwar langsam, aber Stück für Stück entwickelt es sich. Wer auf dem spirituellen Weg ist, hat vielleicht schon erfahren, dass z.B. Wohlstand und Spiritualität einander nicht länger ausschließen. Wo in früheren Zeiten noch das Konzept herrschte, dass Spirituelle sich selbst genug seien und nicht viel für sich selbst benötigen, erwächst nach und nach gesundes Wohlstandsbewusstsein und -wachstum.

Ähnlich verhält es sich mit der Sexualität. Diesem Bereich wird (leider) nicht in allen spirituellen Lehren und Traditionen Aufmerksamkeit entgegen gebracht. An der Oneness Universität wird beispielsweise in keinem Kurs über Sexualität gesprochen. Dies kann durchaus von Vorteil sein, denn jede Lehre bzw. Aussage kann leicht zu einem neuen Konzept und Ideal führen – auch wenn an der einen oder anderen Stelle Erklärungen hilfreich wären, um Zusammenhänge besser zu verstehen.

Inzwischen geht es generell darum, seinen ganz persönlichen Weg durch seine ganz persönlichen Erfahrungen zu finden und vorhandenes Wissen und Lehren zu nutzen, sich selbst tiefer zu erfahren. Und so, wie Erwachen, Bewusstseinswandel etc. sehr individuell erfahren werden, ist es auch mit der Sexualität. Diese Zeilen beruhen daher auf persönlichem Empfinden, Erfahrungen und Selbstreflexion, denn wir haben ja die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen und haben hier nicht den Anspruch, eine allgemeingültige Abhandlung zu schreiben.

Wie erleben und erfahren wir nun Sexualität, wenn wir auf dem spirituellen Weg sind? Ist da überhaupt ein Unterschied zwischen spirituell und nicht spirituell? Suchen wir nicht im Grunde unseres Herzens alle das gleiche? Warum ist Sexualität oft so schwierig und problembehaftet, ob individuell oder in einer Partnerschaft betrachtet? Wo liegen die Wurzeln unserer oft tiefen Verstörung und Unsicherheit? Schauen wir uns ein paar Faktoren an:

Selbstakzeptanz
Sexualität bezieht sich nicht nur auf den Kontakt zwischen zwei Menschen, sondern existiert auch in uns als Individuum – unser Körper, unser Sein, unser Leben ist nicht getrennt von Sexualität. Der erste Schritt ist, uns selbst und unseren Körper mit all seinen Bedürfnissen akzeptieren zu können. Stelle dir ehrlich die Frage, ob du dich mit deiner Sexualität (in ihren Ausdrucksformen) so annehmen kannst wie du bist. Ist dies nicht der Fall, bleibe mit dieser Tatsache, dass du es nicht kannst. Das Bleiben mit dem ‚Was ist‘ ist auch hier eine der wertvollsten Lehren. Akzeptanz kann nicht erreicht oder geschafft werden, sondern ist ein Geschehen mithilfe göttlicher Gnade. Wenn wir uns nicht selbst akzeptieren können, hat dies Auswirkungen auf unsere sexuellen Beziehungen im Leben.

Das Kollektiv
Sexualität zwischen zwei Menschen ist eine der stärksten Antriebskräfte im Leben, die entweder wunderschön und liebevoll oder sehr zerstörerisch wirken kann. Was gibt ihr diese enorme Kraft und Macht? Zuerst: Ohne Sexualität gäbe es kein Leben. Seit Anbeginn des Lebens auf der Erde ist tief in den Genen und dem kollektiven Bewusstsein jeder Spezies verankert, dass ohne Fortpflanzung jedes Lebewesen schlicht aussterben würde. Da wir alle Teil des kollektiven Bewusstseins sind, ist dieses Wissen auch in uns gespeichert und beeinflusst unser Verhalten. Der Wunsch, eine Familie zu gründen, entsteht so fast in Jedem ganz natürlich. Aus dieser Perspektive betrachtet, kann sich womöglich ein klein wenig Entspannung in uns einstellen, wenn wir erkennen, das wir Teil des großen Ganzen sind. Unsere Emotionen sind nicht unsere Emotionen, sondern wir fühlen sie in uns, je nachdem, womit wir in Resonanz kommen.

Erwartungen und Wünsche
Ist es nur das Bedürfnis nach Fortpflanzung, was in uns den Wunsch nach einem/r PartnerIn weckt? Wünschen wir uns von Sexualität mit einem/r PartnerIn nicht viel mehr? Soll Sex nicht gesund und glücklich machen? Ist da nicht der tiefe Wunsch nach Einssein und Verschmelzung? Haben wir damit nicht gewisse Erwartungen an den Anderen, an die gemeinsame Zeit der Intimität? Es ist nicht schlecht, Wünsche zu haben und diese auch zu äußern. Machen wir uns aber klar, dass sie uns darum bringen können, den anderen und uns selbst zu erfahren, wie wir gerade im Moment wirklich sind. Der Mind (Verstand) erlaubt uns nicht, das Leben zu erfahren, wie es wirklich ist. Dies betrifft auch den Bereich der Sexualität. Wir stellen Ideale auf (möglicherweise geprägt durch Umwelt, Medien, Freunde….), uns selbst und auch unsere Partner betreffend, wie sexuelle Kontakte im Idealfall aussehen und sich anfühlen sollen. Wir können in Zeitschriften immer wieder darüber lesen, wie lange und wie oft usw…. und wenn das eigene Sexualleben so ganz anders ist, meinen wir, mit uns stimmt was nicht. Wir glauben, einem (doch fragwürdigen) Ideal nicht zu entsprechen, schieben Frust auf uns und auf den Partner. Denn wir suchen in ihm/ihr unser Ideal, weswegen wir ihn/sie nicht erfahren können, wie er/sie ist. Beziehungsstress und einschlafendes Sexualleben sind vorprogrammiert. Doch wer stellt die Ideale auf? Der Mind. Und das Leben des Mind hat sich von jeher nicht als sonderlich vorteilhaft erwiesen, außer wir benutzen ihn lediglich zur Lösung praktischer Aufgaben im Alltag. Dann sind wir erwacht.
Auch Sexualität kann in uns erwachen, unser Körper kann erwachen, wenn wir frei werden vom Mind, von Idealen und Konzepten. Doch sieh zunächst, dass du in alldem noch gefangen bist, so dass deine Sexualität beeinträchtigt werden kann.

So viele weitere Faktoren beeinflussen uns, das Thema ist so umfangreich und kann vermutlich hier gar nicht ganz erschlossen werden, und wenn diese Zeilen dir geholfen und dich bereichert haben, lies weiter mit „Spirit und Sexualität (2)“.

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Spirit und Sexualität (2)

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