ONENESS24

Leben in Einheit ∗ Einssein im Leben

ZwischenWelten

28.10.14 von (Oneness/Bewusstsein)

HimalayaViele Menschen beschreiben des Öfteren folgendes: „Auf meinem Weg nehme ich im Persönlichen und Privaten einen stetigen Wandel wahr. Dinge, über die wir uns früher gestritten haben, haben keine Bedeutung mehr, Begegnungen haben eine wunderbare Schwingung und sind getragen von Respekt und liebevollem Umgang miteinander. Und dann kommt der berufliche Alltag, und da habe ich oft das Gefühl, wieder die „Alte“ zu sein. Verhaltensweisen ärgern mich teilweise maßlos, der respektlose Umgang, die wenige Achtung des Gegenübers schmerzt“.

Spirituelle und weltliche Bereiche des Lebens scheinen mitunter meilenweit voneinander entfernt. Nach einer Arbeitswoche haben wir öfter das Gefühl, rückwärts gegangen zu sein und müssen unseren Weg erst wieder finden. Vielleicht nehmen einige Kollegen die Veränderungen in uns wahr, aber das dringt nicht vor bis zu Entscheidern. Wie können wir auch in schwierigem Umfeld unseren Weg gehen und authentisch bleiben? Wir fühlen uns wie in einem ständigen Spagat zwischen zwei Welten und leiden.

Schauen wir uns an, worin das Leiden liegt. Zunächst einmal gilt es zu erkennen, dass alles Erleben grundsätzlich in uns stattfindet. Wenn Person A eine Blume anschaut, sieht dieselbe Blume für Person B vollkommen anders aus. Alles und jeder läuft durch unsere inneren „Filter“. Diese Filter sind unsere Konditionierungen, Glaubenssätze, Erfahrungen usw. Der Mind (Verstand) sorgt dafür, dass diese Filter „greifen“, das sichert ihm (dem Mind) sein Überleben. Er stuft auch ein, was gut oder schlecht ist, wie andere und wir sein sollen. Er legt die Maßstäbe fest und bewertet alles und jeden. Wenn wir also fühlen, dass unser Arbeitsumfeld uns schwächt oder es uns ärgert, weil Andere sich z.B. nicht ebenso verändern wie wir (meinen wir – bedenke: auch das kann eine pure Annahme sein), dann leiden wir. Denn wir wünschen uns, dass andere uns folgen. Wir sind doch auf einem so guten Weg, wachsen im Bewusstsein und entwickeln uns, da wünschen wir doch unseren Mitmenschen dasselbe! Aber unser Weg ist nicht der Weg unserer Mitmenschen. Jeder ist einzigartig und wächst in seinem Tempo – oder auch nicht. Werde dir des Spiels des Mind bewusst, welches er mit uns spielt. Hart, aber wahr: Erkennen wir, dass wir unser Umfeld in unserem Sinne verändern und anders haben wollen, damit wir dann uns besser fühlen. Wenn wir dies akzeptieren, stellt sich sofort innerliche Erleichterung ein.

Das Ansteigen der Kundalini ist entscheidend dafür, wie gut wir uns verbunden fühlen mit unserem Höheren Selbst, dem Göttlichen, mit unseren Mitmenschen. Da die Kundalini aber ständig schwankt, schwankt auch der Grad an Verbundenheit. Es ist gut und wichtig, dies zu wissen. Wenn wir in schöner Atmosphäre sind, in einer Gruppe mit Gleichgesinnten oder Freunden, geht es uns gut. Wir fühlen uns verbunden, haben gute Erkenntnisse und Erfahrungen und sind wach und bewusst – die Kundalini ist angestiegen. Wenn wir in der „spirituellen Welt“ sind, ist die Kundalini möglicherweise höher, weil wir entsprechende Übungen machen, uns mit anderen austauschen usw.

Sind wir – gefühlt – außerhalb der spirituellen Welt unterwegs, sieht die Sache schon anders aus. Wir sind angeschlossen an ein ganz anderes Feld: hören z.B. die Lästereien der Kollegen, das tägliche Einerlei, die üblichen Gespräche über die vermeintlich belanglosen Dinge des Alltags. Das Gefühl, oft wieder die oder der „Alte“ zu sein, resultiert daraus, dass wir wieder in eine unserer alten Rollen geschlüpft sind, z.B. die des gewöhnlichen Arbeitnehmers. Das fühlt sich ganz und gar anders an als am Abend zuvor in unserer Gruppe, und wir leiden unter der Situation.

Warum? Und was tun? Es gilt zunächst zu erkennen, dass wir nicht die Rolle, in der wir uns gerade befinden, sind. Es ist nur eine Rolle, in der es gilt, bestimmte Eigenschaften an den Tag zu legen, damit wir unsere Rolle spielen können. Wenn wir gerade in der Rolle des Büroangestellten sind, müssen wir uns anders verhalten als am Abend zuvor in unserer Spiri-Gruppe. Dies ist es, was wir erkennen müssen. Wir sind eine Ansammlung von vielen Persönlichkeiten, die sich melden, je nachdem welche gerade gefordert und gefragt sind. Manchmal zeigen sich zwei oder mehrere Persönlichkeiten gleichzeitig, was die Ursache für das ständige Geplapper in unserem Kopf ist. Ganz praktisch: Halte z.B. im Berufsalltag einmal inne und beobachte dich, wer sich in dir alles „meldet“ – das ist sehr spannend: Da ist der Pflichtbewusste (der seinen Job machen will), der Träumer (der lieber Zuhause wäre), der Besserwisser (der meint, die Kollegen müssten so sein wie er), der Familienvater (der seinem Kollegen ein paar Erziehungstipps geben will) und, und, und… Wir können nichts dagegen tun, außer zu sehen, dass es so ist. Wenn wir dies wirklich erkennen, stoppt das Spiel sofort und Stille ist da.

Es geht letztendlich um eine Veränderung der Wahrnehmung. Die Trennung zwischen spiritueller und „normaler“ Welt ist eine Illusion. Es gibt nur eine Welt. Die Trennung ist in uns, erschaffen vom Mind. Wenn wir abgekoppelt werden vom Mind und erwachen, können wir dies erkennen und das Leiden endet.

Lasst uns nun jeder losgehen auf seinem persönlichen Weg, in seiner Wahrheit, und seine ganz persönlichen Erfahrungen mit diesen Dingen machen.

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