ONENESS 24

Eins·Sein im täglichen Leben – Einheit in der Vielfalt erfahren

Nobys Reise zu den Sternen

23.03.15 von (Geschichten, Liebe, Partnerschaft)

WasserpflanzeDer Stern der Liebe (1)

Klein-Noby träumte eines Nachts, dass er zu den Sternen reisen könne. Als er am nächsten Tag seinen Vater fragte, antwortete ihm dieser, dass dies unmöglich sei, vielleicht irgendwann einmal in ferner Zukunft. Noby aber glaubte an seine Träume und er hatte auch die Erfahrung gemacht, dass die Erwachsenen nicht immer alles wussten. Von den Sternen jedenfalls schienen sie nicht viel zu verstehen.

So wartete Noby bis es dunkel wurde und sein Freund der Mond am Himmel aufging. Noby kletterte aus seinem Bett auf das Fensterbrett, blickte in das dicke runde gutmütige Gesicht seines Freundes und fragte: “Kannst Du mir sagen, wie ich zu den Sternen reisen kann? Mein Vater sagt, dass es nicht möglich ist. Ich aber bin sicher, dass es einen Weg gibt.“

Der Mond lächelte ihn an und antwortete: „Natürlich ist es möglich, Du kannst überallhin reisen, in alle Zeiten, in alle Welten und auch zu den Sternen. Erwachsene Menschen begrenzen sich selbst, weil sie schon zu viele Erfahrungen gesammelt haben, die ihren Träumen im Weg stehen. Du aber kannst Deine Träume Wirklichkeit werden lassen. Ich werde Dir helfen. Wohin möchtest Du denn reisen? Es gibt viele Sterne. Sie alle lassen auf unterschiedliche Weise ihr Licht leuchten und jeder Stern hat ein anderes Geschenk für Dich.“

Noby antwortete: „Es gibt da einen ganz hellen Stern, er scheint heller als die anderen. Dahin würde ich gerne zuerst reisen.“

Der Mond erwiderte: „Vertraue mir nun und steige auf den Lichtstrahl, den ich in Dein Zimmer scheinen lasse. Er wird Dich tragen und jeder Schritt auf ihm führt Dich tausende von Lichtjahren schnell zum Nordstern.“

Ohne zu zögern kletterte Noby aus dem Fenster und stieg auf den breiten warmen Schein des Mondes. Er war nicht überrascht, dass er fest darauf stehen konnte. Ein erster Schritt fühlte sich leicht und luftig an. Noby fühlte eine ungeheure Beschleunigung, viel stärker noch als im Flugzeug, in dem er einmal mit seinen Eltern geflogen war.
Er jauchzte vor Freude; in Windeseile ging es durch die Wolken und hinauf zum Sternenhimmel. Noby hatte gar keine Angst, er vertraute dem Mond, fühlte sich sicher und geborgen. In seinen Ohren rauschte der Wind und viele Stimmen schienen ihm leise etwas zuzuflüstern. Es klang wie: „Vergiss nicht, auch uns zu besuchen. Wir freuen uns auf Dich und haben Dir viel zu geben.“

Noby rief: „Ich komme zu Euch allen. Ich habe jede Nacht Zeit für einen von Euch.“

Er hörte den Mond mit tiefer sanfter Stimme sagen. „Noby, Zeit gibt es nicht, sie existiert nur in der Welt der Erwachsenen. Du kannst in einer Nacht zu allen Sternen reisen. Jeder Stern möchte Dir so gerne sein Geschenk geben, mit seinem Licht macht er auf sich aufmerksam, um Besucher wie Dich einzuladen. Kinder und Menschen, die noch an das Licht glauben und es in ihrem Herzen zurücknehmen zu denen, die den Glauben verloren haben.“

„So, wir sind schon da“, sagte der Mond und Noby fühlte, dass sich die Geschwindigkeit verringerte und schließlich ganz zum Stillstand kam. Vor sich sah Noby einen Weg, der an den Seiten von wundervoll duftenden Blumen gesäumt war. Sie leuchteten prächtig in allen Farben und beleuchteten den Pfad. Rechts am Weg stand ein silberner Sportwagen, so einen besaß Noby als Spielzeug und er hatte immer davon geträumt, wirklich damit fahren zu können.
Der Mond sagte: „Ich warte hier auf Dich. Du steigst in das Auto dort und fährst auf diesemWeg zum Herzen des Nordsterns. Keine Angst, Du kannst den Wagen fahren. Du wirst wissen, wie es geht, wenn Du Dich hineinsetzt.“
Noby, bedankte sich und ging auf das Fahrzeug zu. Als wenn sie ihn erwartet hätte, öffnete sich die Fahrertür automatisch. Das Innere duftete wunderbar nach warmen roten Leder und fühlte sich ganz weich und gemütlich an. Noby nahm auf dem Fahrersitz Platz. Die Tür schloss sich, und der Wagen setzte sich von selbst in Bewegung. Über Noby öffnete sich das Verdeck und er sah einen wunderbaren neuen Himmel in den Farben eines Regenbogens. Noby konnte sich nicht erinnern, sich je so wohl und glücklich gefühlt zu haben. Der Wagen beschleunigte und dabei ruckelte er immer wieder. Noby fand dies besonders toll und quietschte vor Vergnügen. Mit diesem Auto konnte er richtig viel Spaß haben. Toll fand er auch das ständige Piepsen, das zeitgleich mit verschiedenen Anzeigen am Armaturenbrett auftrat. Noby konnte noch nicht lesen und es war für ihn auch nicht wichtig, was dort stand. Der Wagen fühlte sich auf jeden Fall einfach super an.

Auf einmal verließ der Sportwagen den Weg und flog hinauf in den regenbogenfarbenen Himmel. Noby wurde in seinen Ledersitz gedrückt und streckte seine kleinen Hände durch das Dach in den Himmel hinauf. Zu seiner Überraschung konnte er die Farben fühlen. Grün fühlte sich seidig frisch an, blau ein wenig rau und fester, rot war sehr warm samtig und dort, wo es in pink überging, wurde es etwas kühler. Nobys Händchen konnten sich gar nicht satt fühlen und sehen an all dem um ihn herum. Er hätte ewig durch diesen bunten Himmel fliegen können, aber der Wagen setzte zur Landung an und mit einem schrägen Quietschen kam er zum Stillstand. Noby fand das Quietschen viel besser als das von seiner Schwimmente und es war auch ganz toll laut.
Die Fahrertür öffnete sich, Noby bedankte sich bei dem tollen silbernen Auto. Mit seinem Auspuff grummelte das Fahrzeug zärtlich: „Ich warte hier auf Dich, wenn Du zurückkommst.“

Noby sah sich um. Er stand auf einer hellen Lichtung; die Stimmen vieler Tiere um ihn herum vereinten sich zu einem wundervollen harmonischen Konzert. Vor ihm lag ein fremdes Geschöpf, das ihn an eine Katze erinnerte, aber einen noch viel seidigeren wuscheligen Pelz hatte. Noby konnte nicht widerstehen und streichelte es. Das Tierchen fiepte leise wohlig und krabbelte auf seinen Schoß. Noby nahm es auf den Arm, wo es sich sanft an seine Brust schmiegte. Es duftete wunderbar auf dieser Lichtung. Noby fühlte die Wärme der Sonne, die auch hier schien, auf seiner Haut.

Vor sich sah er einen glitzernden Weg, der in eine Höhle zu führen schien. Eine sanfte Stimme erklang: „Komm Noby, ich habe schon auf Dich gewartet. Ich wusste, dass Du kommen würdest. Ich habe die Sehnsucht Deines Herzens über viele Lichtjahre hinweg gespürt. Die, die ihren Träumen folgen und vertrauen, finden ihren Weg zu mir.
Folge dem Pfad, Noby, und er wird Dich direkt zu meinem Herzen führen.“
Noby betrat vorsichtig den glitzernden Pfad. In der Höhle war es nicht dunkel, wie er gedacht hatte, sondern tausende von Steinen leuchteten in allen möglichen prächtigen Farben. Seine Füße glitten sanft über den weichen Steinboden. Der Weg führte leicht abwärts. Es war wunderbar warm und ein sanfter Windhauch umschmeichelte seinen Körper.

Vor Noby öffnete sich ein Raum, wie er ihn sich nicht schöner hätte erträumen können. Roter Samt bedeckte die Wände und auf ihm leuchteten Tausende von goldenen Sternen.

In der Mitte des Raumes lag ein großer sanft schimmernder Teich. Leise plätscherte sein Wasser an die Ufer. Eine wunderschöne Stimme sang ein sanftes Lied.
Noby entdeckte in der Mitte des Teiches einen roten Felsen, auf dem eine Gestalt saß, die in weiche, weiße fließende Gewänder gekleidet war. Mit der Hand bedeutete sie ihm, näher zu kommen. Noby überlegte gerade, ob er wohl durch das Wasser laufen könne, als es sich auch schon teilte und für ihn einen Weg öffnete. Er fühlte sich magisch von der Gestalt angezogen und beeilte sich, zu ihr zu gelangen. Je näher er kam, desto wärmer wurde ihm ums Herz und eine Leichtigkeit, wie er sie nie zuvor gespürt hatte, ließ ihn fast schweben.

Warme, weiche Hände streckten sich ihm entgegen und er sah in die schönsten Augen, die er sich vorstellen konnte. Groß und warm leuchtend schien er in ihnen zu versinken, Sterne schimmerten in ihnen und sie lächelten ihn liebevoll an. Noby schmiegte sich an die Gestalt, die ihn zärtlich in den Arm nahm und sanft wiegte. Sie sagte mit melodischer Stimme: „Ich bin das Herz des Nordsterns und mein Geschenk für Dich ist die Liebe. Du kannst sie spüren, weil Dein Herz noch offen ist. Nimm sie mit zu den Menschen, die vergessen haben, wie wahre Liebe sich anfühlt. Durch den Kontakt mit mir heute wird Dein Herz immer offen bleiben. Das Licht meiner Liebe wird durch Dich leuchten und in die Welt getragen werden.

Die Menschen werden sich erinnern, dass wahre Liebe immer sich selbst genügt. Sie will nichts anderes als lieben, sie ist Deine wahre Natur. Sie will nicht kontrollieren oder besitzen, sie erwartet nichts und erhält durch ihre Bedingungslosigkeit doch alles. Sie schließt nichts und niemanden aus, aber alles ein. Sie ist immer da, zeitlos und stets gegenwärtig. Sie kennt nur Geben, weil sie sich selbst genug ist. Sie wertet nicht, sie urteilt nicht, sie umarmt alles Sein und hört nie auf zu sein. Sie ist die einzige Dimension, die existiert.“

Noby fühlte die Worte mehr als er sie verstand. Dazu war er noch zu klein. Aber er fühlte sie in sein Herz sinken. Diese Momente mit dem Herzen des Nordsterns waren schöner als alles, was er je zuvor erlebt hatte. Er würde sie als kostbares Gut in seinem Herzen bewahren und zum richtigen Zeitpunkt würde er denen helfen können, die an der Liebe zweifelten und verzweifelten und ihnen einen Weg zeigen, wie auch sie ihre Herzen wieder öffnen konnten.

Aber zunächst wollte er noch ein wenig in diesen warmen, weichen Armen bleiben. Der Nordstern spürte dies, lächelte ihn warm an und streichelte ihn sanft. Er sagte: Ich bin immer da, Du kannst jederzeit zu mir reisen. Die Liebe ist überall, sie kennt keine Zeit und keinen Raum, sie ist ewig.“

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