ONENESS 24

Eins·Sein im täglichen Leben – Einheit in der Vielfalt erfahren

Wer oder was ist Shiva?

05.06.15 von (Erde, Mensch und Tier, Gott, Gnade, Segen, Oneness/Bewusstsein)

ShivaNeulich wurde ich von einem Freund gebeten, seinen Hund zu behandeln. Der litt an Nervosität, Ängstlichkeit, Fressstörungen. Ich tat es, und ich wurde hinterher gefragt, was ich gemacht habe. Ich sagte, er, der Hund, hatte Trauer und Kummer im Herzen, und ich habe das aus ihm herausgezogen durch Atmung in meine Wirbelsäule hinein. Und ich wurde gefragt, ob ich denn nicht befürchte, dass diese negative Energie mir schaden könne, wenn ich sie in meinen Körper ziehe, um den Hund davon zu befreien.

Ich erklärte dem Frager, dass ich diese aufgenommene Energie in meinem Körper in die ursprüngliche positive Lichtenergie zurück transformiere. Denn ein Feind oder eine Krankheit oder allgemein etwas als negativ Erscheinendes ist erst wirklich besiegt, wenn es zum Freund geworden ist. Einfach den Feind (oder die Krankheit) zu töten ist kein wirklicher Sieg, denn er kommt dann in anderer Form wieder.

Und ich erzählte die Geschichte von Shiva, wie er den von allen Göttern gefürchteten Dämonenkönig auf Bitten der Götter hin besiegte, indem er ihn nicht einfach tötete, sondern indem es ihm gelang, den Dämon vom Feind zu seinem Verehrer und Bewunderer zu transformieren. Also von einer negativ gegen ihn gerichteten Kraft hat er ihn zu einer positiv für ihn eingestellten Kraft transformiert.

Der Dämon war unsterblich wie Shiva selbst, deshalb hätte Töten nichts gebracht, er wäre wieder erschienen, vielleicht in andere Form, aber wieder präsent.

Diese Geschichte über die Großartigkeit von Shiva kann man als schöne Geschichte annehmen, die sich vielleicht früher mal so zugetragen hat oder auch nicht; oder aber als Handlungsanweisung, Gebrauchsanleitung sozusagen, darüber, wie ich das Negative aus meinen Leben, aus der Welt entfernen kann, denn dafür steht das Bild des Dämons.

Man kann nicht gegen die Dunkelheit kämpfen, man kann sie nicht vernichten, in welcher Form sie auch immer in unser Leben treten mag. Warum nicht? Sie ist eigentlich substanzlos. Ein dunkles Zimmer existiert nicht in sich, es ist nur ein Fehlen von Licht. Das Dunkle, Böse in einem anderen Menschen, was auch in Form einer Krankheit erscheinen mag, existiert nicht wirklich, es ist nur ein Mangel an Positivität, an Licht, an Wissen, an Bewusstsein.

Um auf die Geschichte vom Anfang des Artikels mit dem Hund zurückzukommen: Warum habe ich keine Angst, die Traurigkeit und Angst des Hundes in meine Wirbelsäule hineinzuziehen? Weil ich aus Shivas Dämonengeschichte gelernt habe, wie ich Negativität in Positivität umwandeln kann; dass ich aus einem Dämonen etwas Göttliches machen kann. Auch ein Dämon, eine negative Kraft, ist eine Manifestation des göttlichen Schöpfers, und deshalb in seiner inneren Natur auch göttlich.

Ich brauche nur in diese aufgenommene Negativität das göttliche Licht hineinzuschicken mit meinem Bewusstsein, und sie wird sich wieder zurückverwandeln in die ursprüngliche Energie des göttlichen Lichtes.

Wie? Verehre ich einen fremdartigen Hindugott, wenn ich „Shiva“ sage? Die Großartigkeit der Weisheit der Veden ist es, dass sich einem je nach Bewusstseinsstand in solchen Sanskritnamen oder Begriffen ganz unterschiedliche Bedeutungen eröffnen. Die äußere oberflächliche Bedeutung von „Shiva“ ist ein Hindugott, der traditionell in ganz bestimmter Form und Aussehen dargestellt wird. Viele beten zu ihm als dem obersten Gott. Das ist eine der Realitätsebenen.

Eine tiefere Bedeutung hat mir einst ein Lehrer, der sich damals Shivababa nannte, erklärt: „Shiva“ besteht aus zwei Silben. „Shi“ und „Va“. Die erste Silbe bedeutet das Element „Feuer“ und ist auf der Körperebene dem Herzchakra zugeordnet. Das Feuer im Herzen ist die Liebe. Die göttliche bedingungslose, allem zugrundeliegende göttliche Liebe. Die zweite Silbe bedeutet das Element „Luft“ und ist auf der Körperebene dem Kehlchakra zugeordnet. Das Kehlchakra ist sowohl ein Übergangschakra vom Menschlichen zum Göttlichen, als auch ein Kreativitätszentrum, besonderes als ein sich Ausdrücken durch die Stimme, den Luftstrom der Atmung, nach außen.

„Shi“, das Feuer der göttlichen Liebe, drückt sich also durch das „Va“, den Luftstrom der Stimme und der Atmung nach außen, in die manifestierte Schöpfung hinein, aus.

Indem ich die göttliche Liebe in die Schöpfung hineinatme und ausdrücke, kann ich Negatives in Positives umwandeln, kann ich Licht in die Dunkelheit bringen. Der Dämon der Dunkelheit, in welcher Form auch immer er erscheint, kann durch das Licht der bedingungslosen göttlichen Liebe transformiert werden zurück in die ursprüngliche Lichtenergie. Göttliches Licht ist göttliche Liebe. Jeder kann damit arbeiten, indem er es herabruft und ausdrückt. Es ist unüberwindlich.

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Ein Kommentar

  • 1
    Ujjal Nath:

    Sehr geehrter Herr Fiebelkorn,
    es ist wunderbar. Diese Botschaft muss der ganzen Welt mitgeteilt werden in allen Sprachen. Ich versuche immer die Feinde als Freunde zu transformieren, und es hat gut geklappt, aber nicht sofort sondern einige Tage später. Es ist nicht einfach der Wahrheit zu folgen. Ich bin ein Inder und einer von mehreren Deekhshagebern. Danke von ganzen Herzen, weiter so!
    Liebe Grüße
    Ujjal Nath

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