ONENESS24

Leben in Einheit ∗ Einssein im Leben

Selbstliebe

25.12.16 von (Liebe, Partnerschaft)

SelbstliebeDer erste Schritt hin zum Entdecken der Liebe ist sich selbst zu lieben.
Sri Bhagavan

Alle Menschen wollen Liebe. Manche geben es vielleicht nicht zu oder würde es nicht so nennen, aber im Grunde wollen wir alle Liebe. Dieses Urbedürfnis treibt uns an und lässt uns manchmal die unglaublichsten Dinge tun. Und wie oft werden wir enttäuscht und möchten aufgeben, und mitunter kompensieren wir unseren unerfüllten Wunsch nach Liebe auf abstruseste Weise. Was läuft da falsch? Ist Liebe wirklich so selten zu finden? Oder packen wir es falsch an?

Sri Bhagavan wurde einmal gefragt: „Es wurde gesagt, dass man sich selbst lieben soll. Warum ist es nötig, dass wir uns selbst lieben?“ Seine Antwort:

„Wenn wir sagen ‚Liebe dich selbst‘, siehe, dass ihr alle das habt, was wir ein negatives Selbst nennen würden. Da gibt es eine negative Seite bei euch allen, die die westlichen Psychologen das ‚Schattenselbst‘ nennen würden. Wir werden es die negative Seite nennen, weil es einen leichten Unterschied im Begriff und dem Inhalt gibt. Hat zum Beispiel nicht jeder von euch schon gelogen? So viele Lügen. Die durchschnittliche Anzahl der Lügen pro Tag ist 60 bei jedem Menschen. Aber würdest du gerne akzeptieren, dass du ein Lügner bist? Nein. Manchmal werden Lügen geplant, um zu überleben. Ich beschuldige euch nicht. Ich sage euch nur, was da geschieht. Möchtet ihr das gerne sehen? Ihr wollt es nicht sehen. Würdet ihr diese Seite mögen? Nein, ihr mögt sie nicht. Und du sagst ‚Oh ich liebe dich so sehr. Ich wünsche dir allen Segen‘ und in dir drinnen bist du voller Hass. In dir drinnen gibt es eine Menge Angst, aber du erscheinst, als wärst du sehr mutig. Du sprichst sehr unerschrocken, aber du hast nur Angst in dir. Für all das so genannte Image, das du abgibst, gibt es ein negatives Gegenstück.

Es gibt nichts ohne ein negatives Gegenstück. Du hast Eifersucht, Ärger, Hass, Gewalt, Lust. Du bringst das alles in den friedvollsten Mann der Welt, während du seinen Tod anzettelst und heimlich hoffst, dass ein Laster ihn überfährt und er zerstört sein wird. Aber du sagst ‚Ich wünsche dir viel Glück‘. Diese negative Seite hast du unter den Teppich gekehrt und sie versteckt sich dort, was dir unbewusst ist. Dort stinkt es. Von dort aus erzeugt es eine Menge Schwierigkeiten für dich. Wenn wir sagen ‚Liebe dich selbst‘, dann sagen wir ‚Liebe DIES‘. Liebe dieses schreckliche Ding. Du hast es. Du hast es, du hast Angst vor ihm, du hast eine Abneigung dagegen, du tust so, als ob es nicht da wäre. Es ist als würde man eine Frau irgendwo heiraten und sagen, ich weiß nichts über sie, sie ist nicht meine Frau.

Ebenso ist das alles da, diese Seite in dir. Kein Mensch kann auf diesem Planeten sein ohne diese negative Seite. Es ist einfach nicht möglich. Wer sind also die großen Menschen? Die Mahatma Ghandis, Ramanas, Buddhas. Was ist ihr grundsätzlicher Weg? Sie wissen, dass es da ist, sie akzeptieren es und sie lieben es, wobei du es nicht siehst, du es nicht liebst. Du rennst die ganze Zeit davon oder tust so, als ob es nicht da wäre. Die Reise der Spiritualität ist die erste und wichtigste Reise, bei der du all diese Dinge ausgräbst. Schlage den Teppich zurück und hole es heraus. So ist es. Das ist alles. Ihr seid hilflose, machtlose Menschen. Niemand hat irgendeine Kraft für irgendetwas. Wir stellen uns nur vor, dass wir sie haben. Es ist da. Es dominiert dich. Es erdrückt dich. Das ist das, was geschieht. Du musst es also ausgraben und es akzeptieren. Wir können nichts dagegen tun, weil die Verschmutzung da ist. Die Luft ist verschmutzt und das Bewusstsein ist verschmutzt. Es ist da. Du tust nur so, als ob es nicht da wäre. Und die Reise der Spiritualität ist, dass du als erstes ja sagst, ich bin das, und dich damit konfrontierst. Und dann siehst du, dass ein Wunder geschieht. Dieses Wunder – du wirst herausfinden was es ist. Das meinen wir also, wenn wir sagen ‚Liebe dich selbst‘. All dieser Schmutz, dieser Mist, den niemand mag – wenn du es nicht magst, wenn du sogar Angst davor hast, wie wirst du es lieben? Aber dann ist es möglich, es zu lieben und ja zu sagen, es ist so. Es ist da, was kann ich dagegen tun? Du kannst nichts dagegen tun. Das ist es, was wir meinen, wenn wir sagen ‚Liebe dich selbst‘.“

Zeit zur Reflexion:
Schließe die Augen und halte eine Weile inne. Gehe in Gedanken durch dein gegenwärtiges Leben, deine Beziehungen. Welche Gefühle begegnen dir dabei? Es geht nicht um Inhalte oder konkrete Situationen, sie sind nur der Auslöser für das, was du fühlst. Kommt dir eine besonders unangenehme Situation in den Sinn? Gehe tief hinein in die Emotionen, die diese Situation in dir auslösen. Womöglich entdeckst du viele darunter liegende Schichten. Erfahre all diese Emotionen und lass sie dich durchströmen. Beobachte, was in dir geschieht, wenn du diesen Emotionen keinen Widerstand mehr leistest. Gehe durch diesen Prozess mithilfe weiterer Situationen deines täglichen Lebens.

Kommentar schreiben